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Wall Street im Minus: Öl‑Schock und Kriegsängste beschleunigen die Talfahrt

Wall Street im Minus: Öl‑Schock und Kriegsängste beschleunigen die Talfahrt
Foto: ChatGPT
DJ Industrial Average -%
Jan-Paul Fóri Heute, 22:00 Jan-Paul Fóri

Die Angst ist zurück auf dem Parkett. Ein giftiger Cocktail aus eskalierenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und sprunghaft steigenden Ölpreisen hat die US-Börsen am Freitag deutlich ins Minus gedrückt. Seit Jahresbeginn haben die US-Indizes inzwischen teilweise deutlich nachgegeben.

Es war ein Tag zum Vergessen für die Bullen. Der Dow Jones verlor rund ein Prozent schloss bei 45.577 Zählern. Noch heftiger erwischte es den breiter gefassten S&P 500, der um 1,51 Prozent auf 6.506 Punkte nachgab. Der Nasdaq 100 fiel sogar um 1,88 Prozent au 23.898 Punkte. 

Zwischenzeitlich handelten sowohl der Dow Jones als auch die Nasdaq 100 mehr als zehn Prozent unter ihren jüngsten Höchstständen. Zwar konnten sich die Indizes bis zur Schlussglocke die Verluste etwas eindämmen, doch die Stimmung bleibt angeschlagen.

Infront DowJones (WKN: 969420)

Der Hauptauslöser für die Verkaufswelle war die dramatische Zuspitzung im Konflikt zwischen Israel, den USA und dem Iran. Berichte über zusätzliche US-Marines-Entsendungen und Vorbereitungen für Bodentruppen sorgten für Panik.

Zusätzliches Öl goss eine Meldung aus dem Irak ins Feuer: Das Land rief „Force Majeure“ (höhere Gewalt) für alle von ausländischen Firmen betriebenen Ölfelder aus. Die Folge: Die Sorte Brent schoss in der Spitze auf über 113 Dollar pro Barrel nach oben, während die US-Sorte WTI die Marke von 98 Dollar knackte. Strategen warnen bereits: Sollte es zu einer Bodenoffensive kommen, dürfte der Energiepreis-Schock die Märkte noch über Wochen im Würgegriff halten.

Zinsangst kehrt durch die Hintertür zurück

Als wäre die geopolitische Lage nicht schon belastend genug, fachen die steigenden Energiepreise die Inflationssorgen erneut an. Die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen durch die Federal Reserve schwindet zusehends. Die Renditen der Staatsanleihen zogen am Freitag kräftig an, was besonders den zinssensiblen Tech-Sektor unter Druck setzte.

Nvidia und Tesla geben nach

Anleger suchten am Freitag vergeblich nach sicheren Häfen. Selbst die Überflieger der letzten Monate mussten Federn lassen: Die beiden Tech-Giganten Nvidia und Tesla verloren jeweils rund drei Prozent. Wenn das Sentiment kippt, werden zuerst die High-Flyer zur Kasse gebeten, um Gewinne zu sichern.

Nvidia (WKN: 918422)

Versorger-Aktien wie NextEra Energy unter den steigenden Anleiherenditen, die ihre Dividendenrenditen weniger attraktiv erscheinen lassen. Gleichwohl gilt der Sektor normalerweise als defensiv.

Zu den wenigen Profiteuren dürften in den kommenden Tagen hingegen weiterhin die Rüstungswerte gehören. Zwar mussten auch RTX und Lockheed Martin vor dem Wochenende Federn lassen. Angesichts des Irankriegs dürften die US-Militärausgaben jedoch hoch bleiben.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia, Tesla.

Nvidia-Aktien befinden sich in einem Realdepot der Börsenmedien AG.

Behandelte Werte

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Infront S&P 500 - Pkt.
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