US-Anleger brauchen derzeit starke Nerven. Am Freitag setzen die US-Indizes ihren Abwärtstrend fort. Während der Iran-Konflikt die geopolitische Risikoprämie nach oben treibt, sorgt der „Große Hexensabbat“ für zusätzliche Turbulenzen. Der S&P 500 steuert auf die vierte Verlustwoche in Folge zu – ein negatives Signal, das Charttechniker aufschrecken lässt.
Der S&P 500 verliert am Freitag rund ein Prozent, während der technologielastige Nasdaq 100 noch deutlicher nachgibt. Auch der Dow Jones kann sich dem Sog nicht entziehen und gab um 0,9 Prozent nach. Grund für die schlechte Stimmung ist die neuerliche Eskalationsspirale im Nahen Osten. Nach gegenseitigen Schlägen zwischen Israel und dem Iran in der Nacht rückten nun Energieanlagen im Persischen Golf ins Fadenkreuz. Die Reaktion aus Washington ließ nicht lange auf sich warten: Wie das Wall Street Journal berichtet, entsendet das Pentagon tausende zusätzliche Marines in die Region.
Trump poltert gegen die NATO
Für zusätzliches politisches Rauschen sorgt Ex-Präsident Donald Trump. In seinem Sozialen Netzwerk Truth Social bezeichnete er die NATO als „Papiertiger“ ohne die USA und kritisierte die Verbündeten scharf. Sie beschwerten sich über hohe Ölpreise, weigerten sich aber, bei der Sicherung der Straße von Hormus zu helfen – ein Manöver, das Trump als „simpel“ bezeichnete.
Als ob Geopolitik nicht schon genug wäre, sorgt der heutige „Hexensabbat“ für extreme Volatilität. Da Derivate im Billionenwert verfallen, müssen Institutionelle ihre Positionen glattstellen oder rollen, was die Kursausschläge massiv verstärkt.
Erschwerend kommt die hartnäckige Inflation hinzu. Die Renditen der US-Staatsanleihen zogen am Freitag erneut an, da der Markt Zinssenkungen durch die Fed immer weiter nach hinten verschiebt oder gar ganz abschreibt.
Die Börsen sind auf Talfahrt. Es bleibt abzuwarten, wo die Indizes einen Boden finden werden.
Heute, 19:40