Die Infineon-Aktie wurde in den vergangenen Tagen ordentlich durchgeschüttelt. Neben der angespannten geopolitischen Lage und dem daher von Verunsicherung geprägten Marktumfeld sowie Zahlen von einigen US-Branchenvertretern sorgten bei der DAX-Aktie zwei Analystenstimmen für Impulse in beide Richtungen.
Die Aktie von Infineon ist recht dynamisch ins neue Jahr gestartet. Ende Februar erreichte der Titel nach einer 25-Prozent-Rally mit 48,23 Euro den höchsten Stand seit rund 25 Jahren, doch dann folgte ein deutlicher Rücksetzer. Auslöser des Zwischenspurts war die Fantasie rund um das boomende Geschäft mit KI-Chips für die Stromversorgung von Rechenzentren sowie die Hoffnung, in Zukunft auch vom boomenden Markt der humanoiden Roboter zu profitieren.
Grund für den Rücksetzer Ende der vergangenen Woche war dann eine gestrichene Kaufempfehlung der UBS. Analyst François-Xavier Bouvignies bleibt für den heimischen Chipriesen auf mittlere Sicht zwar zuversichtlich, sieht kurzfristig jedoch mehrere Bremsfaktoren für den Kurs. Erstens lasse das vom Konzern formulierte KI-Umsatzziel bis 2027 nur begrenzten Spielraum für zusätzliche positive Überraschungen. Zweitens bereitet die Entwicklung in China Sorgen: Dort schwächelt die Nachfrage, gleichzeitig nimmt der Wettbewerbsdruck zu. Drittens könnte sich die angestrebte strukturelle Verbesserung der Margen länger hinziehen als bislang erwartet. Bouvignies stufte Infineon daher von „Buy“ auf „Neutral“ ab, das Kursziel reduzierte er von 47 auf 45 Euro.
In dieser Woche gab es dann wieder Rückenwind von der Citigroup. Analyst Andrew Gardiner äußerte sich optimistisch. Infineon-Finanzchef Sven Schneider habe die TMT-Branchenkonferenz der Citigroup mit einer positiven Präsentation eröffnet und dabei unter anderem die starke Nachfrage nach Lösungen für die KI-Energieversorgung, weitere Marktanteilsgewinne bei Mikrocontrollern sowie gewisse Preissteigerungen hervorgehoben. Gardiner sieht zudem weiteres Potenzial für die KI-Ziele des Konzerns in den Geschäftsjahren 2026 und 2027 und hält die Bewertung der Aktie weiterhin für attraktiv. Er hat daher seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 52 Euro bestätigt.
DER AKTIONÄR hält an seinem Fazit fest: Die Investoren haben bei Infineon in den ersten Wochen des Jahres einiges an Vorschusslorbeeren verteilt. Der scharfe Rücksetzer war – auch mit Blick auf das Marktumfeld – überfällig, scheint nun aber auch schon wieder beendet. Kann der Konzern die genannten Wachstumsmärkte wie geplant erfolgreich monetarisieren und die Margen nachhaltig steigern, dürfte die Aktie weiter sukzessive zulegen – und die 50-Euro-Marke ansteuern.
(Mit Material von dpa-AFX)
Heute, 10:36