Die Infineon-Aktie ist zum Wochenschluss deutlich unter Druck geraten. Auslöser war eine gestrichene Kaufempfehlung der UBS. Nach dem starken Lauf der vergangenen Wochen, der die Papiere Ende Februar erstmals seit 25 Jahren über die Marke von 48 Euro geführt hatte, hat nun eine Konsolidierung eingesetzt.
Am Freitag rutschte der Kurs bis zum Mittag um mehr als fünf Prozent ab auf 40,12 Euro. Damit bildet Infineon das klare Schlusslicht im ansonsten leicht steigenden DAX.
UBS-Analyst Francois-Xavier Bouvignies bleibt für den Halbleiterkonzern auf mittlere Sicht zwar zuversichtlich, sieht kurzfristig jedoch mehrere Bremsfaktoren für den Kurs. Erstens lasse das vom Unternehmen formulierte KI-Umsatzziel bis 2027 nur begrenzten Spielraum für zusätzliche positive Überraschungen. Zweitens bereitet die Entwicklung in China Sorgen: Dort schwächelt die Nachfrage, gleichzeitig nimmt der Wettbewerbsdruck zu. Drittens könnte sich die angestrebte strukturelle Verbesserung der Margen länger hinziehen als bislang erwartet. Bouvignies stufte Infineon von „Buy“ auf „Neutral“ ab, das Kursziel reduzierte er von 47 auf 45 Euro.
Positive Impulse aus der Branche halfen Infineon derweil nicht. Zwar sorgten starke Geschäftszahlen und ein optimistischer Ausblick von Marvell Technology für Kurssprünge bei dem US-Konzern – vor allem wegen der hohen Nachfrage aus Rechenzentren im Zuge des KI-Booms. Auf die Stimmung rund um Infineon hatte das jedoch keinen spürbar positiven Effekt.
Aus charttechnischer Sicht ist nun wichtig, dass das Februartief bei 39,25 Euro bei der Aktie von Infineon nicht nachhaltig unterschritten wird. In diesem Bereich verläuft zudem die 90-Tage-Linie. Bei der Aktie ist Geduld gefragt. Anleger mit Weitblick halten an Infineon fest, sichern ihre Position aber mit einem Stoppkurs bei 36,00 Euro nach unten ab.
Heute, 13:14