Der britische Pharma-Riese hat etwa eine Woche nach der vielbeachteten JPMorgan Healthcare Conference die nächste milliardenschwere Übernahme verkündet. Für 2,2 Milliarden Dollar will sich die Gesellschaft die Dienste von RAPT Therapeutics sichern. GSK strebt damit die Stärkung der Pipeline Atemwege, Immunologie und Entzündungen an.
Umgerechnet bietet GSK satte 58 Dollar je RAPT-Aktie, was gut 65 Prozent über dem gestrigen Schlusskurs liegt. Geben die zuständigen Behörden grünes Licht, würden sich die Briten den Zugriff auf den großen Hoffnungsträger Ozureprubart sichern (mit der Ausnahme der Rechte in Festlandchina, Macau, Taiwan und Hongkong).
GSK werde auch für die erfolgsabhängigen Meilenstein- und Lizenzzahlungen für Ozureprubart verantwortlich sein, die an den Partner von RAPT, Shanghai Jeyou Pharmaceutical, zu leisten seien, hieß es weiter.
Ozureprubart wird derzeit bei Lebensmittelallergien klinisch überprüft. Darüber hinaus prüft RAPT die Substanz zur Behandlung der Chronische Spontanen Urtikaria (CSU, eine Hauterkrankung) sowie Asthma.
"Die Aufnahme von Ozureprubart erweitert die Pipeline von GSK um ein weiteres vielversprechendes neues Medikament, das das Potenzial hat, das beste seiner Klasse zu werden", ist GSK-CSO Tony Wood überzeugt. "Nahrungsmittelallergien haben schwerwiegende gesundheitliche Auswirkungen auf Patienten, deren derzeitige Behandlung Injektionen im Abstand von nur zwei Wochen erfordert. Ozureprubart bietet die Möglichkeit, Patienten mit einer Dosierung alle zwölf Wochen einen anhaltenden Schutz zu bieten, und steht im Einklang mit unserem Ansatz, Vermögenswerte zu erwerben, die validierte Ziele adressieren und bei denen ein klarer ungedeckter medizinischer Bedarf besteht."
Der Zukauf passt, sowohl was die Indikationen als auch die Größe der Transaktion betrifft, ins Beuteschema von GSK. Auch die Briten sind darauf bedacht, die Pipeline durch Zukäufe zu verstärken (Stichwort: Patentklippe). Im europäischen Pharma-Sektor favorisiert DER AKTIONÄR weiterhin die Anteile von Astrazeneca und Novartis. Eine Sonderstory bietet zudem die finnische Orion.
Heute, 11:33