Nach drei Verlusttagen in Folge zeichnet sich für den DAX am Donnerstag zunächst eine Stabilisierung ab. Der deutsche Leitindex war bereits am Montag unter Druck geraten und setzte seine Korrektur am Dienstag und Mittwoch fort. Seit dem Rekordhoch von 26.618,74 Punkten am vergangenen Freitag hat der DAX damit fast drei Prozent verloren – doch nun zeichnet sich eine Gegenbewegung ab.
- Die DAX-IG-Indikation liegt am frühen Morgen bei rund 25.877 Punkten und damit leicht über dem Xetra-Schluss vom Mittwoch.
- Dell und Nvidia sorgten für Rückenwind, während Broadcom nach den Zahlen unter Druck geriet.
- US-Konjunkturdaten und die DAX-Indexüberprüfung am Abend stehen heute auf der Agenda.
Auslöser für den möglichen Stabilisierungsversuch sind die freundlicheren Vorgaben von der Wall Street: Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq 100 legten zwischen 0,2 und 0,6 Prozent zu. Im Fokus standen dabei vor allem Nvidia, Dell und Palo Alto Networks: Nvidia profitierte vom KI-Schub, Dell von starken Zahlen und einer angehobenen Prognose, während Palo Alto Networks trotz guter Ergebnisse unter Druck geriet. Um ein Fünftel ging es derweil bei Credo Technology abwärts. Grund: Der Konzern enttäuschte mit seinen Quartalszahlen, die Bank of America strich daraufhin ihr Kursziel zusammen.
Für den heutigen Handel ist vor allem Broadcom relevant, nachdem der Chipkonzern nach Börsenschluss mit starken KI-Umsätzen, aber einem verhaltenen Ausblick enttäuschte (DER AKTIONÄR berichtete).
In Asien hat sich die Stimmung am Donnerstag aufgehellt. Der Nikkei 225 liegt rund 0,2 Prozent im Plus, der Hang Seng gewinnt etwa 0,7 Prozent. Der CSI 300 hatte am Mittwoch noch 1,38 Prozent verloren, heute steigt er um 0,5 Prozent.
Damit hat sich das Bild gegenüber dem Vortag deutlich verbessert. Gleichzeitig bleibt die Lage fragil. Der Yen zieht weiter an, nachdem Aussagen aus den Reihen der Bank of Japan die Erwartungen an eine baldige Zinserhöhung verstärkt haben.
Gold und Bitcoin im Blick
Gold stabilisiert sich nach dem Rücksetzer vom Vortag. Der Spotpreis liegt am Morgen bei rund 4.410 Dollar je Unze und damit etwa 0,5 Prozent höher. Sinkende US-Renditen und ein schwächerer Dollar helfen dem Edelmetall. Gleichzeitig richtet sich der Blick bereits auf den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag, der für die Zinserwartungen der Fed entscheidend werden könnte.
Bitcoin bleibt dagegen unter Druck und notiert am Morgen bei rund 77.000 Dollar. Damit fehlt dem Kryptomarkt weiterhin ein klarer Impuls nach oben.
US-Konjunkturdaten voraus
Der Terminkalender ist gut gefüllt. Um 08:30 Uhr veröffentlicht der VCI seinen Bericht zum zweiten Quartal, um 09:00 Uhr folgen die VDMA-Auftragsdaten für Juli. Um 09:55 Uhr steht der finale Einkaufsmanagerindex für den deutschen Dienstleistungssektor an, um 10:30 Uhr folgen die Ifo-Konjunkturerwartungen für den Herbst. Am Nachmittag kommen aus den USA die Handelsbilanz und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, bevor um 16:00 Uhr der ISM-Service-Index veröffentlicht wird.
Indexüberprüfung
Um 22:00 Uhr überprüft STOXX die Zusammensetzung der DAX-Familie. Die Änderungen sollen am 21. September wirksam werden. Lufthansa bleibt dabei der wichtigste Kandidat für einen DAX-Aufstieg, während Ströer als möglicher Rückkehrer in den MDAX gilt.
Delivery-Hero übernahme
Bei den deutschen Einzelwerten steht Delivery Hero im Fokus. Vorstand und Aufsichtsrat des Essenslieferdienstes empfehlen den Aktionären, das Übernahmeangebot von Uber anzunehmen. Beide Gremien bewerten den Angebotspreis als fair und angemessen. Die Annahmefrist läuft noch bis zum 5. November.
Nach drei schwachen Tagen zeichnet sich ein Rebound ab. Abzuwarten bleibt, wie nachhaltig dieser ist. DER AKTIONÄR wird im Laufe des Tages über sämtliche wichtigen Entwicklungen und Neuigkeiten an den nationalen und internationalen Märkten berichten. Mit dem kostenlosen Newsletter DER AKTIONÄR Daily erhalten Leser die wichtigsten Meldungen sogar zweimal täglich direkt in ihr Postfach. Einfach unten die E-Mail-Adresse eintragen und anmelden.
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