Die US-Börsen haben am Mittwoch nach drei Minustagen in Folge erstmals wieder zugelegt und die Verlustserie vorerst beendet. Rückenwind kam von nachgebenden Anleiherenditen. Der Ölpreis blieb angesichts der angespannten Lage im Nahen Osten jedoch ein erheblicher Unsicherheitsfaktor.
Die Wall Street hat am Mittwoch einen Erholungsversuch gestartet. Der S&P 500 lag am Ende bei 7.666,60 Punkten und damit 0,5 Prozent im Plus. Der Dow Jones verbesserte sich um 0,6 Prozent auf 53.061,95 Punkte vor.
In den vergangenen Handelstagen hatten vor allem die steigenden Renditen am Anleihemarkt die Aktienkurse belastet. Am Mittwoch beruhigte sich die Lage etwas. Wichtig bleibt angesichts der verschärften Lage im Iran auch der Ölpreis. Ein Barrel der US-Sorte WTI notierte zuletzt über 91 Dollar je Barrel, Brent lag über 95 Dollar je Barrel.
Hohe Ölpreise verschärfen die Inflationssorgen und können dadurch den Spielraum der Notenbanken für Zinssenkungen einengen. Genau diese Kombination aus höheren Energiepreisen, steigenden Renditen und einer vorsichtigeren Geldpolitik bleibt das zentrale Risiko für die Aktienmärkte.
Bei den Einzelwerten gehörte Nvidia im Dow Jones zu den stärksten Aktien. Der Chipkonzern legte im Handelsverlauf mehr als drei Prozent zu.
Im S&P 500 sorgte Dell Technologies für den größten positiven Impuls. Die Aktie sprang um rund 16 Prozent nach oben, nachdem der Computer- und Infrastrukturanbieter die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn übertroffen und zugleich seine Prognose für das Geschäftsjahr 2027 angehoben hatte.
Am unteren Ende des S&P 500 rangierte Palo Alto Networks. Die Aktie verlor trotz besser als erwarteter Zahlen für das vierte Quartal rund zehn Prozent. Der Kursrutsch zeigt, wie hoch die Erwartungen an Unternehmen aus dem Bereich Cybersicherheit und künstliche Intelligenz inzwischen sind.
Auch andere Technologiewerte gerieten nach Nachrichten und Geschäftszahlen unter Druck. Die Aktie von Credo Technology verlor zeitweise 25 Prozent, obwohl der Anbieter aktiver elektrischer Kabel für KI-Rechenzentren beim bereinigten Gewinn und beim Umsatz über den Erwartungen lag. Mehrere Analysten senkten jedoch ihre Kursziele und verwiesen auf eine nachlassende Wachstumsdynamik im Kabelgeschäft.
MongoDB meldete für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 ein Umsatzplus von 25 Prozent auf 687,6 Millionen Dollar und kehrte unter dem Strich in die Gewinnzone zurück. Zudem hob das Management die Jahresprognose an. Die Aktie gab im nachbörslichen Handel dennoch zeitweise rund 13 Prozent nach. Offenbar hatten die Anleger mit einem noch stärkeren Ausblick gerechnet.
Alphabet stand derweil wegen eines möglichen neuen KI-Modells im Blickpunkt. Medienberichten zufolge könnte Google Gemini 3.8 Flash vorstellen. Bei internen Tests soll das Modell beim Programmieren besser abgeschnitten haben als Anthropics Spitzenmodell Opus.
Spannend wird es auch nach Börsenschluss. Dann wird der Chipkonzern Broadcom seine Zahlen veröffentlichen. Sie gelten als wichtiger Indikator für die gesamte Branche.
Heute, 22:07
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