Die Aktie eines KI-Geheimtipps ist am Mittwoch deutlich unter Druck geraten. Trotz eines Quartalsgewinns über den Erwartungen und eines soliden Ausblicks verlor das Papier zeitweise rund 25 Prozent. Das liegt in erster Linie daran, dass Analysten das Zahlenwerk zerpflücken.
- KI-Aktie Credo stürzt trotz Gewinn- und Umsatztreffer um 25 Prozent ab.
- Analysten senken ihre Kursziele wegen nachlassender Wachstumsdynamik.
- Anleger greifen lieber zu anderen KI-Aktien.
Credo liefert unter anderem aktive elektrische Kabel für KI-Rechenzentren. Diese verbinden KI-Server mit Netzwerk-Switches. In den Kabeln verbaute Mikrochips verstärken die elektrischen Signale. Dadurch lässt sich im Vergleich zu herkömmlichen Kupferlösungen weniger Kupfer einsetzen. Zudem verbrauchen aktive elektrische Kabel weniger Energie als optische Kabel.
Damit zählt Credo zu den KI-Profiteuren aus der zweiten Reihe. Die Aktie rauscht am heutigen Mittwoch im US-Handel dennoch zeitweise 25 Prozent in den Keller. Dabei ließen sich die Zahlen des Konzerns auf den ersten Blick durchaus sehen.
Credo erzielte im abgelaufenen Quartal bis zum 1. August einen bereinigten Gewinn von 1,20 Dollar je Aktie. Analysten hatten im Schnitt mit 1,17 Dollar gerechnet. Der Umsatz belief sich auf 479 Millionen Dollar. Damit übertraf das Unternehmen sowohl die eigene Prognose von bis zu 475 Millionen Dollar als auch die Analystenschätzungen von 473 Millionen Dollar.
Für das laufende Quartal bis Ende Oktober stellt Credo einen Umsatz zwischen 525 und 535 Millionen Dollar in Aussicht.
Die Reaktionen der Analysten fielen dennoch gemischt aus. JPMorgan senkte das Kursziel von 335 auf 310 Dollar. Analyst Joseph Cardoso erklärte, der angehobene Ausblick könne enttäuschen. Vor allem bei den optischen Produkten hätten Anleger und auch JPMorgan mit einem deutlich stärkeren positiven Überraschungspotenzial gerechnet.
Die Bank of America bestätigte zwar ihre Kaufempfehlung, reduzierte das Kursziel jedoch deutlich von 340 auf 275 Dollar. Als Grund nannte das Institut die nachlassende Wachstumsdynamik im Kabelgeschäft. Das Geschäft mit optischen Produkten entwickle sich dagegen weiterhin positiv.
Mizuho vertritt eine optimistischere Einschätzung und empfahl, den Kursrückgang zum Einstieg zu nutzen. Die Einstufung „Outperform“ wurde bestätigt. Analyst Jordan Klein merkte jedoch an, der Umsatztreffer und der Ausblick wirkten im Vergleich zu den vorangegangenen Quartalen etwas weniger überzeugend.
Die Zahlen von Credo Technologies haben den Märkten nicht gereicht. Damit ist auch das Chartbild nun stark angeschlagen. Die Aktie ist keine laufende AKTIONÄR-Empfehlung. Nach dem Kurssturz nehmen Anleger erst recht Abstand von der Aktie.
02.09.2026, 20:27
Bei Google bevorzugen