Zur Wochenmitte deutet sich an den US-Börsen nach den Kursverlusten der vergangenen Tage ein von Zurückhaltung geprägter Handelsauftakt an. Weiterhin belastet wird die Stimmung von Inflationssorgen, die durch die gestiegenen Ölpreise zusätzlich angeheizt werden. Am Markt wachsen die Sorgen, dass die Fed die Zinsen anheben könnte.
Rund 30 Minuten vor Handelsbeginn taxierte Broker IG den von Standardwerten geprägten Dow Jones Industrial 0,3 Prozent höher bei 52.914 Punkten. Der technologielastige Nasdaq 100 zeigte sich mit 29.071 Zählern kaum verändert.
"Im Epizentrum der Sorgen stehen neue Kampfhandlungen im Iran-Konflikt und die damit einhergehenden Anstiege der Energiepreise", erklärte Jochen Stanzl von der Consorsbank. Hinzu kämen Anzeichen dafür, dass die US-Notenbank in absehbarer Zeit gegen die hartnäckig hohe Inflation vorgehen könnte.
Fed-Chef Kevin Warsh hatte zuletzt betont, dass sich die Inflation nicht schnell genug zurückbilde – eine Aussage, die am Markt die Erwartung einer baldigen Zinsanhebung verstärkte. "Die neue Ausgangslage scheint nun zu sein, dass die Fed die Zinsen im September letztlich doch anheben wird", kommentierte ING-Marktanalyst Chris Turner. Angesichts einer vergleichsweise robusten Konjunktur werde die Notenbank zum Handeln gezwungen sein.
Bei den Einzelwerten legten die Dell-Aktien vorbörslich um 9,2 Prozent zu. Der Computerhersteller hatte am Vorabend in New York überzeugende Quartalszahlen präsentiert und seine Jahresprognose nach oben korrigiert – getragen vor allem von der regen Nachfrage nach KI-Servern.
Ebenfalls nach US-Börsenschluss hatte Palo Alto Networks Quartalszahlen veröffentlicht und einen Gewinnausblick für das Gesamtjahr vorgelegt, der über den Markterwartungen lag. Dennoch verlor die Aktie im vorbörslichen Handel 1,4 Prozent. Da sich der Kurs seit Jahresbeginn nahezu verdoppelt hat, dürften hier eher Gewinnmitnahmen der Grund sein.
Deutlich stärker fiel die Reaktion bei GitLab aus: Die Aktie des Softwareanbieters schoss um 24 Prozent nach oben, nachdem das Unternehmen seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr angehoben und damit die Erwartungen übertroffen hatte. Im Gegensatz dazu brach die Aktie von Credo Technology nach Vorlage der Quartalszahlen um zehn Prozent ein.
Die Broadcom-Aktie gewann zuletzt 0,4 Prozent hinzu. Der Chipkonzern wird seine Quartalszahlen erst nach US-Börsenschluss veröffentlichen.
Darüber hinaus dürften sich die Blicke wie immer auch auf Alphabet und SpaceX richten.
Enthält Material von dpa-AFX
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