SpaceX baut seine KI-Sparte um. Mehrere Manager aus dem Rechenzentrumsgeschäft müssen gehen, dafür rücken Führungskräfte aus dem Raketen- und Starlink-Geschäft nach. Hintergrund sind offenbar Probleme bei Zuverlässigkeit und Infrastruktur. Für Anleger ist das mehr als eine brisante Personalie.
SpaceX greift bei seinen KI-Rechenzentren durch. Wie The Information berichtet, hat Elon Musk mehrere Verantwortliche ausgetauscht und Führungskräfte aus dem klassischen SpaceX-Geschäft in die KI-Infrastruktur geholt. Unter ihnen sind Wesley Salandro, der zuvor für die Produktion von Falcon- und Dragon-Raketen verantwortlich war, sowie Logan McConnell aus dem Starbase-Geschäft.
Der Umbau folgt offenbar auf technische und operative Probleme in den Rechenzentren in Tennessee und Mississippi. Laut The Information liefen einige Anlagen während der frühen Ausbauphase monatelang ohne vollständige Backup-Systeme für Kühlung und Strom. Das erhöhte das Risiko von Ausfällen.
Mehrere Manager haben SpaceX zudem verlassen. Dazu zählt Infrastrukturchef Jake Palmer, der erst im September 2025 von dem Rechenzentrumsbetreiber Hut 8 zu SpaceX gewechselt war und Ende Juli wieder ausschied. Auch Zach Wells und Pablo Mendoza verließen das Team.
KI ist für SpaceX ein Milliardengeschäft
Die Botschaft des Konzerns ist damit klar: Beim Aufbau der KI-Infrastruktur soll künftig offenbar stärker auf die Erfahrung aus dem Kerngeschäft gesetzt werden. Das SpaceX-Chef beim Aufbau des KI-Geschäfts Druck macht, kommt nicht von ungefähr: Künstliche Intelligenz gilt als das nächste Milliardengeschäft. Auf dem G20-Gipfel sagte Musk diesbezüglich: „Künstliche Intelligenz wird die Weltwirtschaft wahrscheinlich um 20 bis 30 Prozent vergrößern. Das ist meine grobe Schätzung. Das entspricht einer Größenordnung von 20 bis 30 Billionen Dollar pro Jahr.“
Warum die Personalrochade relevant ist, zeigt zunächst ein Blick auf die Dimension des KI-Geschäfts. Im zweiten Quartal erzielte SpaceX damit 2,56 Milliarden Dollar Umsatz – rund 250 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Allein die KI-Infrastruktur steuerte 1,6 Milliarden Dollar an zusätzlichen Erlösen aus neuen Cloud-Verträgen bei.
Für das Wachstum nimmt SpaceX gleichzeitig viel Geld in die Hand. Im zweiten Quartal flossen 15,8 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur. Insgesamt beliefen sich die Investitionen auf 18,4 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Der gesamte Quartalsumsatz lag bei 7,81 Milliarden Dollar.
Das Geschäft ist zudem stark konzentriert. Ein einzelner Kunde des KI-Segments stand im zweiten Quartal für 19,5 Prozent des gesamten Konzernumsatzes. Damit steigt die Bedeutung einer zuverlässigen Infrastruktur zusätzlich: Fällt Rechenleistung aus, geht es schnell um mehr als ein technisches Problem.
SpaceX will auf mehr als zwei Gigawatt kommen
Der Zeitdruck bleibt dennoch hoch. Ende Juni verfügte SpaceX über rund 1,4 Gigawatt Rechenkapazität. Ein Jahr zuvor waren es lediglich 400 Megawatt. Bis Ende 2026 soll die Kapazität auf mehr als zwei Gigawatt steigen. Damit steht SpaceX vor einem schwierigen Spagat. Der Konzern muss die Kapazitäten weiter massiv ausbauen und gleichzeitig die Zuverlässigkeit verbessern.
Elon Musk muss das Zuverlässigkeitsproblem seiner KI-Sparte schnellstens in den Griff bekommen. DER AKTIONÄR traut dem SpaceX-Manager zu, diese Hürde zu meistern. Die SpaceX-Aktie, die seit Kurzem auch Teil des AKTIONÄR-Depots ist, bleibt ein Kauf.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: SpaceX.
SpaceX-Aktien befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
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