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Take‑Two: Im GTA‑Hype geht dieses Detail völlig unter

Take‑Two: Im GTA‑Hype geht dieses Detail völlig unter
Foto: Rockstar Games
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Jan-Paul Fóri Heute, 14:06 Jan-Paul Fóri
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„Grand Theft Auto VI“ ist derzeit das beherrschende Thema der Gaming-Branche. Zu Recht: Auf den neuen Rockstar-Titel warten Fans seit mehr als einem Jahrzehnt. Doch der Hype um „GTA VI“ verstellt den Blick auf eine wichtige Tatsache: Die Gaming-Welt besteht aus weit mehr als nur einem Spiel.

  • GTA VI dominiert derzeit die Schlagzeilen – doch die Branche hat deutlich mehr zu bieten.
  • Mit Ubisoft und 11 bit studios gibt es weitere börsennotierte Spieleentwickler.
  • Die Gamescom 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, wie breit das Angebot abseits von GTA VI ist.

Kaum ein Spiel hat die Gaming-Welt schon vor dem Release derart in seinen Bann gezogen wie „Grand Theft Auto VI“. Seit dem ersten Trailer warten Millionen Spieler auf den nächsten großen Rockstar-Titel. Nach dem jüngsten ausführlichen Gameplay-Einblick ist die Vorfreude nochmals gestiegen. Der Markt blickt entsprechend gebannt auf Take-Two Interactive, den Mutterkonzern von Rockstar. „GTA VI“ soll am 19. November erscheinen.

Auch in der deutschsprachigen YouTube-Community kommt der erweiterte Einblick, den Rockstar Games jüngst gewährte, gut an. YouTuber Maximilian Paul Karl-Heinz alias HandOfBlood urteilte über den Trailer: „Das sieht echt impressive aus.“ 

Noch deutlicher wurde Content Creator Zarbex: „Es sieht viel geiler aus als die Leaks. Wer sich da beschwert, dass das den Erwartungen nicht gerecht wird, hat einfach zu hohe Erwartungen.“

Auch Jens Lehar, auf YouTube vor allem unter dem Namen Venom Aimz für seine GTA-Videos bekannt, zeigte sich angetan. „Wir alle haben den GTA-VI-Netflix-Trailer gesehen, der uns wirklich, glaube ich, zu 99 Prozent komplett umgehauen und geflasht hat“, sagte er. 

YouTuber Julex, bürgerlich Justus Lehmann, bezeichnete den Opener des Trailers als „sehr witzig“. Das Gesamtwerk sei „wirklich wunderschön“. GTA-YouTube-Ikone Slag sprach derweil von einer „unglaublichen Experience“. Die Stadt sei voller Leben und „einfach schön“. Gemeinsam mit Julex und Venom Aimz sprach er auch in einem Podcast im Rahmen der Gamescom über den neuen GTA-Einblick.

Take 2 Interactive (WKN: 914508)

Gamingbranche hat mehr als nur GTA VI zu bieten

Apropos Gamescom: In der vergangenen Woche fand in Köln die weltweit größte Messe für Computer- und Videospiele statt – und die Gamescom ist größer denn je. Mit 1.743 Ausstellern aus 66 Ländern wurde ein neuer Rekord aufgestellt, die komplette Ausstellungsfläche war ausgebucht. Dabei sind längst nicht mehr nur Spieleentwickler und Hardwarehersteller auf der Gamescom vertreten. Auch Unternehmen aus völlig anderen Branchen nutzen die Messe, um die junge Gaming-Community zu erreichen. Dazu zählen etwa Getränke- und Lebensmittelkonzerne wie Red Bull, Müller, KitKat und Spezi, aber auch Mercedes-Benz, Porsche und Rheinmetall. Selbst die Bundeswehr ist auf der Gamescom präsent.

Der Grund für das große Interesse liegt auf der Hand: Videospiele sind längst fester Bestandteil der Freizeitbeschäftigung in Deutschland. Hierzulande spielen 41,2 Millionen Menschen im Alter von 6 bis 69 Jahren. Das entspricht einem Anteil von 60 Prozent. 79 Prozent der Spielenden sind mindestens 18 Jahre alt. Entgegen dem Klischee des jungen, männlichen Gamers steigt der Altersdurchschnitt kontinuierlich und liegt inzwischen bei 38,3 Jahren. Zudem sind 46 Prozent der Spielenden weiblich.

Für die deutsche Gamesbranche bleibt allerdings ein Problem: Von 100 Euro, die hierzulande für Games ausgegeben werden, bleiben lediglich 5,50 Euro bei deutschen Games-Unternehmen. Der Branchenverband fordert deshalb international wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen und eine ergänzende steuerliche Games-Förderung. 2026 stellt die Bundesregierung rund 125 Millionen Euro für die Förderung der Branche bereit. Zum Vergleich: Alleine das Deutschlandticket bezuschusst der Staat jährlich mit 3 Milliarden Euro. Die Förderung für Videospiele fällt somit verhältnismäßig niedrig aus.

Fast jeder zweite Deutsche zockt

Der Grund für das große Interesse liegt auf der Hand: Videospiele sind längst fester Bestandteil der Freizeitbeschäftigung in Deutschland. Laut Deutschland.de spielen hierzulande 41,2 Millionen Menschen im Alter von 6 bis 69 Jahren. Das entspricht einem Anteil von 60 Prozent. 79 Prozent der Spielenden sind mindestens 18 Jahre alt. Entgegen dem Klischee des jungen, männlichen Gamers steigt der Altersdurchschnitt kontinuierlich und liegt inzwischen bei 38,3 Jahren. Zudem sind 46 Prozent der Spielenden weiblich.

Wenig staatliche Förderungen

Für die deutsche Gamesbranche bleibt allerdings ein Problem: Von 100 Euro, die hierzulande für Games ausgegeben werden, bleiben lediglich 5,50 Euro bei deutschen Games-Unternehmen. Der Branchenverband fordert deshalb international wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen und eine ergänzende steuerliche Games-Förderung. 2026 stellt die Bundesregierung rund 125 Millionen Euro für die Förderung der Branche bereit. Zum Vergleich: Alleine das Deutschlandticket bezuschusst der Staat jährlich mit 3 Milliarden Euro. Die Förderung für Videospiele fällt somit verhältnismäßig niedrig aus.

ARD Game Jam 2026

Aus diesem Grund sind auch Preisgelder insbesondere für kleinere Entwicklerteams wichtig. Im Rahmen der Gamescom wurde unter anderem der ARD Game Jam 2026 verliehen. Im Rahmen des von PULS Gaming Analyse veranstalteten Wettbewerbs hatten Game-Designern und Entwicklern 48 Stunden Zeit, ein eigenes, browserbasiertes Spiel zu einem vorgegebenen Thema zu entwickeln. In jeweils fünf Kategorien wurden anschließend jeweils 500 Euro Preisgeld vergeben. 

Bewertet wurden die Spiele von einer Jury aus Lena Fischer (CreatiF Center), Rudolf Inderst (Hochschule Neu-Ulm), Andreas „AndiDev“ Suika (Moderator und Game Designer), Professorin Anna Rebecca Unterholzner (Game Design & Development) sowie Kevin Nitsch (PULS Gaming Analyse) und Kim Fóri alias PikaKimi30. Die Game-Design-Studentin und Twitchstreamerin war jedoch nicht nur Teil der Jury, sondern stand auch bei der Preisverleihung im ARD-Twitch-Livestream vor der Kamera.

Dort zeigte sie auf, worauf es bei der Bewertung ankam: Nicht allein die technische Umsetzung zählt, sondern auch die kreative Idee, das Gameplay und die Frage, wie überzeugend das vorgegebene Thema umgesetzt wurde.

Kim Fóri alias Pikakimi30
Quelle: Kim Fóri

„Für mich war beim Bewerten besonders spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Teams dasselbe Thema interpretiert haben. Am Ende entscheidet nicht, welches Spiel technisch am aufwendigsten ist, sondern welches Konzept als Ganzes funktioniert und eine eigene Idee vermittelt. Game Jams zeigen für mich sehr schön, dass ein gutes Spiel nicht von einem großen Budget abhängt. In nur 48 Stunden können aus einer starken Idee, Kreativität und Teamarbeit Spiele entstehen, die einfach unglaublich viel Spaß machen“, erklärte Kim Fóri gegenüber dem AKTIONÄR.

Take-Two ist die Spitze des Eisbergs. Doch das Thema Gaming ist weitaus vielfältiger, als es auf den ersten Blick scheinen mag. Dem jüngsten Rücksetzer bei der Aktie des Rockstar-Games-Mutterkonzerns sollten Anleger entspannt entgegensehen. Schwache Tage bleiben Kauftage. Langfristig dürfte GTA VI der Aktie noch einen deutlichen Kursanstieg bescheren.

Offenlegung: Bei der Interviewten handelt es sich um die Ehefrau des Redakteurs. Das Interview wurde aufgrund ihrer Expertise als Jury-Mitglied sowie Game Designerin geführt; private Beziehungen hatten keinen Einfluss auf die inhaltliche Gestaltung.

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