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22.11.2021 Jan Paul Fóri

DAX: Berg- und Talfahrt setzt sich fort

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Die Lage am deutschen Aktienmarkt bleibt weiter volatil. Nachdem der DAX bereits am Freitag schwächer aus dem Handel ging, legte der deutsche Leitindex auch zum Wochenauftakt eine Berg- und Talfahrt hin: Einem freundlichen Start folgte zwar ein Durchhänger bis zum Freitagstief. Von hier aus erholte sich das Börsenbarometer im Kielwasser der steigenden US-Börsen aber wieder etwas. 

Die zwischenzeitlichen Gewinne konnte der DAX nicht behaupten, denn nach wie vor hält die Angst vor den Auswirkungen der immer weiter steigenden Corona-Infektionen die Anleger in Atem. Zum Handelsschluss stand ein Minus von rund 0,3 Prozent auf 16.115 Punkte zu Buche. Damit schlug sich der Index einigermaßen ordentlich: Der MDAX schloss knapp 0,7 Prozent tiefer bei 35.663 Zählern. 

DAX (WKN: 846900)

Als Kurstreiber in New York machte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets die Nominierung des amerikanischen Notenbankchefs Jerome Powell für eine zweite Amtszeit aus. Diese Entscheidung von US-Präsident Joe Biden "war ein richtiger Schritt, da ohnehin gerade sehr viel Zweifel an der Stichhaltigkeit der aktuell laxen Geldpolitik in einem inflationären Umfeld bestehen", schrieb Stanzl. Denn "die Politik einer Notenbank lebt vom Vertrauen des Kapitalmarktes in deren handelnde Personen".

Auf Unternehmensseite stand am Montag Vonovia mit einem Kursrutsch von mehr als zwei Prozent im Blick. Die acht Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung zur Finanzierung der Übernahme von Deutschen Wohnen belaste die Aktie des Immobilienkonzerns, auch wenn sie schon lange erwartet worden sei und auch die Größenordnung nicht überrascht habe, kommentierte ein Händler. 

Dagegen setzten sich Papiere der Deutschen Telekom an die DAX-Spitze. Sie profitierten wie die gesamte europäische Branche davon, dass der US-Finanzinvestor KKR für elf Milliarden Euro das italienische Telekommunikationsunternehmen Telecom Italia übernehmen will.

Als einer der besten MDAX-Werte zogen die Aktien des Modekonzerns Hugo Boss nach einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank um knapp vier Prozent auf 58,20 Euro an. Analyst Michael Kuhn setzt in seiner Studie auf den neuen Konzernchef Daniel Grieder, der seinen vorherigen Erfolg bei Tommy Hilfiger jetzt bei Boss wiederholen könnte. Kuhn traut den Aktien mit 67 Euro die Rückkehr auf das Niveau von Herbst 2018 zu.

Einige der "Stay-at-Home-Aktien", die vor dem Wochenende als Lockdown-Profiteure noch stark gefragt waren, kamen nun wieder zurück. Zalando waren im DAX mit einem mehr als vierprozentigen Minus Schlusslicht. Im SDAX der geringer kapitalisierten Unternehmen fielen die Papiere von Shop Apotheke nach dem Kurssprung vom Freitag um rund fünfeinhalb Prozent zurück.

Unter den Anlegern von Teamviewer sind die Zeiten als mutmaßlicher Kursprofiteur der Pandemie längst in Vergessenheit geraten. Der Kurs sackte am Montag um mehr als acht Prozent auf ein erneutes Rekordtief ab. Der Chef des angeschlagenen Anbieters von Fernwartungslösungen verstimmte die Anleger in einem Interview der "Börsen-Zeitung" mit der Aussage, dass vorerst weder an eine Dividende noch an Aktienrückkäufe gedacht werde (Mit Material von dpa-AFX).

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