26.03.2019 Thorsten Küfner

TUI: Wo liegt der faire Wert der Aktie?

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TUI
Trendthema

Die Aktie des Touristikkonzerns TUI kämpft im heutigen Handel wieder mit der wichtigen Unterstützung bei 9,00 Euro. Sollte diese Marke nicht halten, droht weiteres Ungemach. Doch während es charttechnisch betrachtet eher mau aussieht, ist die Dividendenaktie für fundamental orientierte Anleger ein echter Hingucker.

Denn aktuell muss für den stark in attraktiven Märkten wie etwa dem Kreuzfahrtgeschäft positionierten Konzern, der über eine sehr solide Bilanz verfügt (anders als etwa der Konkurrent Thomas Cook), nur das siebenfache des für 2020 erwarteten Gewinns (beziehungsweise das achtfache des 2019er-Überschusses) auf den Tisch gelegt werden. Das KBV von 1,3 ist für ein nachhaltig hochprofitables Unternehmen wie die TUI auch sehr günstig. Hinzu kommt die außerordentlich hohe Dividendenrendite von acht Prozent.

18,00 Euro, 14,01 Euro oder 12,90 Euro?
Blickt man auf die historische Bewertung, so wurden die TUI-Anteile in den vergangenen sieben Jahren mit einem durchschnittlichen KGV von 15 bewertet (siehe Chart). Dementsprechend müsste der Kurs fast doppelt so hoch stehen wie aktuell. Würde man als fairen Wert etwa ein KGV von 10 ansetzen (da die TUI in den vergangenen Jahren die Gewinne meist um zehn Prozent steigern konnte und dies auch künftig wieder anpeilen dürfte), so würde sich bei einem für 2020 erwarteten Netttoergebnis von 1,29 Euro je Aktie ein Kursziel von 12,90 Euro errechnen.

Geht es nach den aktuell 19 Analysten, welche sich mit den TUI-Papieren regelmäßig beschäftigen, so liegt das durchschnittliche Kursziel bei 14,01 Euro – satte 55 Prozent über dem heutigen Kurs.

Vorsichtig bleiben!
Der faire Wert der TUI-Aktie dürfte sicherlich weit über dem aktuellen Kursniveau liegen. Nahezu egal, auf welche Kennziffern oder Methoden man sich bezieht, die TUI-Anteile sind derzeit enorm günstig bewertet. Nichtsdestotrotz ist dies keine Garantie dafür, dass es mit dem TUI-Kurs rasch wieder nach oben geht. Die Marktteilnehmer sorgen sich einfach vor den sich allmählich wieder ändernden Reisegewohnheiten der Europäer sowie dem Brexit. Hinzu kommt das angeschlagene Chartbild. Anleger sollten daher vorerst weiter an der Seitenlinie verharren.