Tesla zeigt in China Stärke. Während der gesamte Automarkt des Landes unter einer Schwächephase leidet, konnte der Konzern von Elon Musk seine Auslieferungen im Februar deutlich steigern. Dies ist besonders beachtlich, da das Unternehmen nicht nur mit den allgemein schwierigen Marktbedingungen kämpfte, sondern auch die Auswirkungen des chinesischen Neujahrsfestes sowie den schrittweisen Ausstieg aus staatlichen Subventionen kompensieren musste.
Laut Daten der Passenger Car Association (PCA) lieferte Tesla im vergangenen Monat 58.599 Fahrzeuge aus. Das entspricht einem kräftigen Plus von 91 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Grund: Um Marktanteile in einem hart umkämpften Umfeld zu sichern, bietet das Unternehmen Kunden verlängerte Finanzierungspläne mit Null- oder Niedrigzinsen bis Ende des ersten Quartals an. Allerdings sollte man beachten, dass die Verkaufszahlen von Tesla in China erst im Januar um 45 Prozent auf 18.485 Einheiten eingebrochen sind – der niedrigste Stand seit Ende 2022.
Der chinesische Gesamtmarkt schwächelt
Während Tesla zulegt, kämpft die Branche mit deutlichem Gegenwind. Die gesamten Autoverkäufe in China sanken im Februar um 25 Prozent auf rund 1,03 Millionen Einheiten. Besonders auffällig: Auch der Bereich der „New Energy Vehicles“ – also reine Elektroautos und Plug-in-Hybride – schrumpfte im Vergleich zum Vorjahr um 32 Prozent.
Experten sehen hier einen Vorzieheffekt. Viele Käufer hatten ihre Anschaffungen vorgezogen, um eine neue Steuerregelung zu umgehen, die seit dem 1. Januar in Kraft ist. Auch der Hauptkonkurrent BYD spürt den Druck. Der Weltmarktführer bei Elektroautos musste im Februar einen Absatzrückgang von 41 Prozent hinnehmen.
Technologischer Wettlauf spitzt sich zu
Der Druck auf Tesla bleibt dennoch massiv. Mit Xiaomi und BYD drängen schlagkräftige inländische Konkurrenten auf den Markt, die technologisch aufrüsten. BYD hat jüngst eine neue Ladetechnologie präsentiert, die laut Unternehmensangaben ein E-Auto in nur neun Minuten nahezu vollständig aufladen soll.
Dass Tesla sich in diesem Umfeld behaupten kann, ist ein wichtiges Signal für Anleger. Doch eine Entwarnung für den chinesischen Gesamtmarkt ist verfrüht. Laut Cui Dongshu, Generalsekretär der PCA, dürfte sich die Flaute im Einzelhandel bis in den März ziehen. Ein nachhaltiges Wachstum im gesamten Sektor wird wohl erst in der zweiten Jahreshälfte wiederkehren.
Tesla beweist mit den Februar-Zahlen eine beachtliche operative Resilienz. Die Kombination aus attraktiven Finanzierungskonditionen und einer starken Marke hilft, den allgemeinen Marktabschwung in China abzufedern. Dennoch bleibt die Konkurrenz durch technisch hochrüstende lokale Player wie BYD eine Herausforderung. Anleger bleiben daher sowohl bei BYD als auch bei Tesla weiterhin an Bord.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Tesla.
Heute, 15:13