Der chinesische Elektroautoriese BYD hat eine neue Batterie- und Ladetechnologie vorgestellt – und setzt damit die Konkurrenz unter Druck. Auch Tesla dürfte genau hinschauen. Die neue Generation der Blade-Batterie verspricht deutlich mehr Reichweite, extrem kurze Ladezeiten und ein massives Schnellladenetz.
Auf einer mehrstündigen Technologiekonferenz in Shenzhen hat BYD-Chef Wang Chuanfu die zweite Generation der sogenannten Blade-Batterie präsentiert. Es handelt sich um das erste große Batterie-Upgrade des Konzerns seit sechs Jahren. Die neue Technologie soll vor allem bei Ladegeschwindigkeit und Reichweite deutlich zulegen.
Laut BYD kann die Batterie selbst bei minus 20 Grad Celsius in weniger als zwölf Minuten von 20 auf 97 Prozent geladen werden. Die Reichweite soll bei bis zu 777 Kilometern liegen. In Premiumfahrzeugen sind sogar mehr als 1.000 Kilometer möglich.
Auch bei der Ladeleistung will BYD neue Maßstäbe setzen. Die zweite Generation der Schnelllader soll bis zu 1.500 Kilowatt Leistung pro Ladepistole liefern. Elektroautos könnten damit in rund fünf Minuten von zehn auf 70 Prozent geladen werden und in etwa neun Minuten nahezu vollständig.
Die Technologieoffensive kommt allerdings zu einem schwierigen Zeitpunkt. Auf dem chinesischen Automarkt tobt ein harter Preiskampf zwischen mehr als 100 Marken. BYD hat zuletzt an Dynamik verloren.
Seit der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres sind die Verkäufe im Heimatmarkt rückläufig. Anfang 2026 wurde der Konzern zeitweise sogar vom Rivalen Geely überholt. Das Ende staatlicher Steuervergünstigungen für Elektroautos stärkte klassische Hersteller wie Volkswagen.
Langfristig könnte die neue Technologie strategisch wichtig sein. Der große Wurf, der von heute auf morgen die Karten neu mischen wird, ist sie aber nicht. Tesla-Anleger sollten sich von der BYD-Attacke daher nicht verunsichern lassen.
Die Aktien von Tesla und BYD sind beide laufende Empfehlungen von DER AKTIONÄR. Bei BYD müssen Anleger angesichts der anhaltenden Schwäche des chinesischen Heimatmarkts aktuell jedoch Geduld mitbringen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Tesla.
06.03.2026, 18:58