Der Nasdaq ging am Freitag in die Knie, der S&P 500 beendete seine neunwöchige Gewinnserie. Steigende Renditen sowie ein starker US-Arbeitsmarktbericht belasteten vor allem kapitalintensive Tech-Werte.
Auch die Tesla-Aktie verzeichnete deutliche Verluste. Neben der Angst vor steigenden Zinsen zeige die KI-Rally „signs of fatigue“, Ermüdungserscheinungen. Broadcoms schwächerer KI-Ausblick habe Gewinnmitnahmen in Halbleiter- und Tech-Aktien ausgelöst, begründete Bob Savage von der Bank of New York Mellon (BNY) den Schwächeanfall der Techies.
Für Tesla kommt noch dazu, dass die Firma lange die einzige börsennotierte Wette auf Elon Musk, KI, Robotik, Autonomie und Zukunftsvisionen war. Mit SpaceX kommt nun eine direkte, neue Musk-Aktie an die Börse — und das kann Kapital, Aufmerksamkeit und Fantasie von Tesla abziehen. Seth Goldstein von Morningstar könne sich vorstellen, dass einige Anleger ihre Portfolios zugunsten von SpaceX umschichten.
MarketWatch berichtete, dass bis zu 30 Prozent der IPO-Aktien von SpaceX für Privatanleger vorgesehen seien — ungewöhnlich viel und ein klares Signal, dass Musk gezielt auf seine Retail-Fangemeinde setzt.
Für Tesla ist das heikel, weil die Aktie ohnehin sehr viel Zukunft einpreist: autonome Fahrzeuge, Robotaxis, Optimus-Roboter, KI-Software. Oppenheimer argumentiert zugleich, Tesla habe kurzfristig operative Fragezeichen: schwächere EV-Zahlen, hoher Investitionsbedarf.
Tesla stand am Freitag unter Druck wegen eines perfekten Cocktails aus Tech-Selloff, KI-Ermüdung, hohen Bewertungen, Tesla-spezifischen Zweifeln — und der neuen Konkurrenz im eigenen Musk-Universum: SpaceX. Die These, dass Anleger die Tesla-Aktie verkaufen, um die Musk-Wette künftig direkter über SpaceX zu spielen wird von Analysten wie Oppenheimer und Morningstar ausdrücklich diskutiert. Nach dem deutlichen Rücksetzer am Freitag wurden sowohl die 50-Tage, also auch die 100- und 200-Tage-Linie durchbrochen. Auch technischer Sicht liegt die nächste starke Unterstützung bei 382 Dollar.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Tesla.
Heute, 08:42