Elon Musk hat große Pläne. Zusammen mit SpaceX und xAI will der Tesla-Chef zwei hochmoderne Chipfabriken hochziehen. Während das neue Projekt die Analysten von Wedbush überaus positiv stimmt, äußerten sich die Experten von Bernstein Research eher zurückhaltend.
Elon Musk hat angekündigt, dass Tesla und SpaceX gemeinsam zwei hochmoderne Chipfabriken in Austin (Texas) hochziehen wollen. Ziel ist es, den aktuell größten Engpass der KI-Strategie des Unternehmens zu lösen: die unzureichende Verfügbarkeit leistungsfähiger Chips.
Dabei soll eine der Fabriken soll Chips für Tesla-Fahrzeuge und den humanoiden Roboter Optimus produzieren. Die zweite Anlage ist auf KI-Rechenzentren im Weltraum ausgelegt. Laut Musk wird die aktuelle globale Chipproduktion künftig nicht ausreichen, um den Bedarf seiner Unternehmen zu decken. „Entweder wir bauen die Terafab, oder wir haben keine Chips“, sagte er.
Man erwarte, KI-Chips in höherem Volumen zu bauen als alle anderen Hersteller zusammen, schrieb Musk bereits im November. Das ist eine Ansage. Aber wie realistisch ist der neue Plan von Elon Musk was die Umsetzung angeht?
„Glauben Sie an Elon?“, lautete die Head der Analysten von Bernstein Research, die sie an ihre Kunden verschickten. „Herr Musk hat zugegebenermaßen mehr als eine Sache getan, die Skeptiker von Anfang an für unmöglich gehalten haben, daher würden wir ihn nicht unbedingt abschreiben“, schrieben die Experten unter der Leitung von Stacy Rasgon. „Allerdings erscheint uns eine Terafab als etwas weit hergeholt, insbesondere wenn das derzeitige Rechenparadigma beibehalten wird.“
Für Zukunftsforscher Mario Herger ergibt der Vorstoß von Elon Musk durchaus Sinn. „Ich denke, wir sehen hier ähnliches wie damals bei Apple. Die haben auch ihre eigene Fab aufgebaut, weil sie stromsparende Chips für ihr iPhone brauchten und Intel da nicht liefern wollte. Es gab eine Reihe von Experten, die Apple davon abgeraten haben. Wenn ich mir das so ansehe, dann macht das durchaus Sinn. Musk braucht GPUs für mehrere Zwecke in Stückzahlen, die Nvidia heute so nicht liefern kann, und da will er sich wohl unabhängig machen“, so Herger gegenüber DER AKTIONÄR. „Herausforderung wird nun vor allem sein, Maschinen von ASML zu kriegen und Experten, um die zu betreiben. Kapital und Chipdesignexperten hat er bereits“, ergänzt Herger.
Auch Pierre Ferragu von New Street Research sieht die Story positiv. Die neue „Terafab“ bezeichnete er als „heiligen Gral“. Seine positive Sicht auf die Aktie unterstrich vor kurzem erneut auch Dan Ives von Wedbush Securities. Ives sieht durch den Aufbau der „Terafab“ einen entscheidenden Schritt, um Teslas KI-Strategie massiv zu beschleunigen. v
Zu den Humanoiden und Robotaxi-Plänen kommt jetzt noch die „Terafab“ hinzu. Musk ist allerdings bekannt dafür, übermäßig ambitionierte Ziele auszugeben und Fristen zu setzen, die er später nicht einhält oder einhalten kann. Hinzu kommt, dass die Konkurrenz im bestehenden Business, sprich im Bereich der Robotaxis sowie der Humanoiden Roboter mit Waymo, Zoox, Xpeng, Hyundai, Neura Robotics oder Boston Dynamics stark ist. Die Innovationssprünge sind gewaltig und Tesla ist aktuell nicht First Mover. Hinzu kommt, dass die Bewertung der Tesla-Aktie bereits nach wie vor sehr sportlich ist.
Wenn jemand solche Zielle erreichen kann, eine „Terafab“ hochzuziehen, dass sicherlich Elon Musk. Fakt ist aber auch: Elon Musk muss 2026 liefern.
Heute, 10:33