23.03.2017 Maximilian Völkl

Siemens: Widerstand gegen Kaeser - das schmeckt der Aktie nicht

-%
Siemens
Trendthema

Vorstandschef Joe Kaeser hat bei Siemens ehrgeizige Pläne. Er will nach der Windkraftsparte weitere Geschäftsbereiche ausgliedern. Sein Vorhaben, dass der DAX-Riese in Zukunft zur Holding mit vielen eigenständigen Mehrheitsbeteiligungen wird, trifft aber nicht nur auf Gegenliebe. Im Aufsichtsrat regt sich Widerstand.

Betriebsratschefin Birgit Steinborn und IG-Metall-Vorstand Jürgen Kerner fordern laut Manager Magazin eine Fortführung der Geschäfte als integrierter Stammhauskonzern. „Den Konzern weiter zu zergliedern würde die Marke Siemens und das Unternehmen gefährden“, so die beiden Aufsichtsräte. Bislang hat Kaeser seine Pläne im Kontrollgremium nicht besprochen. Bei der nächsten Sitzung muss er sich nun auf kritische Frage gefasst machen.

Es bleibt damit spannend, ob zu dem bereits angekündigten Börsengang der Medizintechniksparte Healthineers noch weitere Abspaltungen folgen. „Wir werden bestimmt nicht die Letzten sein, die als letztes Konglomerat der Welt das Licht ausmachen“, hatte Kaeser auf der Hauptversammlung Anfang April betont. Inzwischen dürfte er erkennen, dass dies trotz der starken Aktienentwicklung nicht ohne Widerstand umsetzbar sein wird. Unabhängig davon soll sein Vertrag Anfang August verlängert werden.

Spannende Situation

Für die Aktie wären weitere Abspaltungen wohl vorteilhaft. Als Summe der Teile dürfte Siemens mehr wert sein als der Gesamtkonzern in seiner jetzigen Form. Kaeser hat jedoch bereits gezeigt, dass er den DAX-Riesen in der richtigen Spur führt. Anleger sollten auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends spekulieren und kein Stück aus der Hand geben.