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Siemens DAX‑Verlierer: Das steckt dahinter

Siemens DAX‑Verlierer: Das steckt dahinter
Foto: Siemens AG
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Lars Friedrich Heute, 20:47 Lars Friedrich

Roter Bildschirm beim DAX (0,7 Prozent Abschlag), Siemens ganz unten. Die Aktie rauscht 7,1 Prozent ab und wird zum Tagesverlierer. Und das ohne Gewinnwarnung oder ähnlich dramatische, konkrete Neuigkeiten. Der Grund liegt offensichtlich woanders – und hat mit etwas zu tun, das schon in den USA für Abwärtsdruck auf die Kurse gesorgt hat.

Am Markt läuft gerade eine Korrektur bei Software-Aktien. Anleger sind nicht mehr bereit, hohe Multiples zu zahlen wie noch zu Jahresbeginn. Siemens trifft das, weil ein relevanter Teil der Story eben nicht nur klassische Industrie ist, sondern Software. Morgan Stanley beziffert den Anteil der Software-Sparte am Konzernwert in einer Sum-of-the-parts-Rechnung auf rund 20 Prozent. Wenn Software-Multiples fallen, drückt das auf Siemens. Rein rechnerisch wäre der Gesamtwert laut den Analysten rund 4 Prozent niedriger, wenn man die Sparte zu den aktuellen Marktpreisen ansetzt.

Das erklärt auch, warum Siemens heute zusammen mit anderen Titeln unter Druck steht, die als anfällig für KI-Disruption gelten. Es wird gerade nicht fein sortiert. Es wird abgeladen. Teure Bewertungen zuerst. Siemens wird dabei wie ein Softwarewert behandelt, obwohl der Konzern operativ viel breiter aufgestellt ist.

Morgan Stanley sieht trotzdem Schutzfaktoren: Industrielle Software hat hohe Eintrittsbarrieren. Kunden hängen tief in den Systemen, Wechsel sind komplex. Dazu kommt der Datenschatz aus dem Kundenbestand. Siemens kann ihn nutzen, um KI-Agenten im Industriekontext zu entwickeln. Das ändert nichts am heutigen Kursrutsch. Es erklärt aber, warum der Markt bei Siemens nicht dauerhaft dieselben Maßstäbe anlegen muss wie bei reinen Software-Stories.

Aktie hochgestuft

Bemerkenswert: Die Aktie fällt trotz frischer Hochstufung. Grupo Santander stuft Siemens auf „Kaufen“ hoch und setzt das Kursziel auf 287 Euro. Der Markt schaut heute trotzdem nur auf eins: neue Bewertungsniveaus. Erst wird verkauft, dann wird neu gerechnet.

Siemens (WKN: 723610)

Allgemeine Korrektur im Software-Bereich an der Börse. DER AKTIONÄR hält an seiner Empfehlung, die nach weniger als einem Jahr jetzt immer noch fast 50 Prozent vorn liegt, fest.

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