Das kann sich durchaus sehen lassen: Zahlreiche Chemie-Aktien legen im heutigen Handel deutlich zu. So verteuern sich die Anteilscheine von BASF aktuell um über vier Prozent. Bei Evonik sind es 5,5 Prozent, die Papiere von Lanxess klettern sogar um mehr als sieben Prozent nach oben. Alle profitieren von ein und derselben Meldung.
So berichtet das Handelsblatt, dass es eine Verlängerung kostenloser Emissionszertifikate durch die EU geben könnte. Dies erklärt die bemerkenswerte Kursentwicklung bei zahlreichen Chemiewerten. Hintergrund ist laut dem Medienbericht, der sich auf einen hochrangigen EU-Beamten beruft, dass die EU-Kommission offenbar eine Abschwächung ihres wichtigsten Klimaschutzinstruments plant – des Europäischen Emissionshandels (ETS). Demnach werde in Erwägung gezogen, über einen längeren Zeitraum als bislang vorgesehen kostenlose Emissionszertifikate auszugeben.
Ziel dieser Maßnahme sei es, energieintensive Industrien zu entlasten, insbesondere Unternehmen aus Branchen wie der Chemie-Industrie, die stark von den Kosten des Emissionshandels betroffen sind.
Darüber hinaus hilft der Chemiebranche natürlich die Tatsache, dass die Energiepreise weiter auf einem stabilen Niveau verharren. Im Zuge der Demonstrationen im Iran wurden immer wieder Befürchtungen laut, dass die USA einschreiten könnten, weshalb die Öl- und Gaspreise zwischenzeitlich angesprungen sind. Doch eine Öl- oder Gasknappheit zeichnet sich aktuell nicht ab.
Die heutige Meldung über eine mögliche Verlängerung der kostenlosen CO2-Zertifikate sorgt natürlich für eine weitere Aufhellung der Chartbilder. Doch diese hatten sich bereits zuvor verbessert. Allmählich wächst wieder der Optimismus, dass sich die über mehrere Jahre hinweg gebeutelte Chemiebranche 2026 endlich wieder erholen kann. Mutige mit einem langen Atem können daher weiterhin auf ein Comeback von BASF und Evonik setzen. Bei den Anteilscheinen des DAX-Konzerns sollte der Stoppkurs bei 36,00 Euro belassen werden. Wer Evonik im Depot hat, kann die Position vorerst noch bei 10,30 Euro absichern.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.
Heute, 11:29