Take-Two Interactive hat am Dienstagabend nach US-Börsenschluss starke Zahlen abgeliefert. Noch wichtiger als Umsatz und Gewinnentwicklung ist jedoch die Bestätigung des Veröffentlichungstermins von „GTA VI“. Die Aktie reagierte nachbörslich mit wilden Ausschlägen.
Der US-Games-Gigant hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 die Erwartungen der Analysten klar hinter sich gelassen und gleichzeitig den wohl wichtigsten Kurstreiber der kommenden Jahre offiziell bestätigt: „Grand Theft Auto VI“ soll weiterhin am 19. November 2026 erscheinen.
Take-Two verzeichnete einen Umsatz von 1,76 Milliarden Dollar, was rund 10,7 Prozent über der Analystenschätzung von 1,59 Milliarden Dollar liegt. Damit zeigt sich: Die starke Pipeline und bestehende Franchises liefern weiter zuverlässig ab.
Der bereinigte Gewinn je Aktie fiel besonders stark aus. Mit 1,23 Dollar übertraf Take-Two die Analystenschätzung von 0,84 Dollar um satte 46 Prozent. Ein klares Signal für operative Stärke und eine hohe Profitabilität.
Mindestens genauso bullish ist der Blick nach vorn. Take-Two hob die Prognose für die Nettobuchungen im laufenden Geschäftsjahr auf 6,65 bis 6,7 Milliarden Dollar an – ein Wachstum von rund 18 Prozent. Für das Geschäftsjahr 2027 stellt das Management sogar Rekord-Nettobuchungen in Aussicht. Der Haupttreiber: „GTA VI“. Das Spiel gilt jetzt schon als eines der größten Entertainment-Produkte aller Zeiten.
Auch der operative Cashflow soll kräftig zulegen und wird nun bei 450 Millionen Dollar erwartet. Das unterstreicht die starke finanzielle Verfassung des Unternehmens und gibt Spielraum für weitere Investitionen, Akquisitionen oder Aktienrückkäufe.
CEO Strauss Zelnick bleibt überdies seiner Linie treu und setzt klar auf Qualität statt kurzfristiger Effekte: „Wir sind im Geschäft, Menschen zu unterhalten. Wir sind nicht im Geschäft, Umsatz zu generieren.“ Damit stellt sich Take-Two weiter klar gegen den Trend, voreilig unfertige Spiele auf den Markt zu bringen, um die Zahlen zu schönen. Diese Taktik war den Rivalen Electronic Arts und Activision Blizzard in der Vergangenheit zum Verhängnis geworden und ist auch für die aktuelle Krise bei Ubisoft verantwortlich.
Nachbörslich ging es für die Take-Two-Aktie nach einigem Hin und Her letztlich um rund fünf Prozent auf 222,75 Dollar nach oben. Damit bügelte das Papier die am Dienstag angefallenen Kursverluste von 4,3 Prozent vollständig aus. Die Aktie bleibt ein Kauf. Seit der Empfehlung in Ausgabe 47/23 steht ein Plus von 27 Prozent zu Buche.
Heute, 07:50