Advanced Micro Devices (AMD) hat am Dienstag nach US-Börsenschluss für das vierte Quartal durchaus starke Zahlen vorgelegt. Allerdings konnte das Unternehmen die hohen Erwartungen an den Ausblick nicht erfüllen. Dies sorgte an der Börse für Ernüchterung. Die Aktie von AMD geriet nachbörslich deutlich unter Druck.
Zwar übertraf der Chipkonzern beim Gewinn und Umsatz klar die Marktschätzungen, doch mit Blick auf das laufende Quartal hatte sich der Markt mehr erhofft.
Im Schlussquartal des vergangenen Jahres erzielte AMD einen Gewinn je Aktie von 1,53 Dollar bei einem Umsatz von 10,27 Milliarden Dollar. Beide Kennzahlen lagen klar über den Konsensschätzungen von 1,32 Dollar respektive 9,67 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn sprang auf 1,51 Milliarden Dollar, nachdem im Vorjahreszeitraum lediglich 482 Millionen Dollar erzielt worden waren. Insgesamt wuchs der Konzernumsatz um 34 Prozent.
Für das erste Quartal stellt AMD Erlöse von rund 9,8 Milliarden Dollar in Aussicht. Obwohl diese Prognose formal über den Erwartungen liegt, hatten einige Marktteilnehmer angesichts des anhaltenden KI-Booms mit einer noch optimistischeren Guidance gerechnet.
Ein zentraler Wachstumstreiber bleibt das Rechenzentrumsgeschäft. Die Sparte steigerte ihren Umsatz um 39 Prozent auf 5,4 Milliarden Dollar – getragen sowohl von Server-CPUs als auch von KI-Grafikprozessoren. Konzernchefin Lisa Su betonte, dass die Nachfrage nach Server-Prozessoren im Zuge des KI-Ausbaus besonders hoch bleibe. Hyperscaler und Unternehmen investieren verstärkt in ihre Infrastruktur.
Auch das Client- und Gaming-Geschäft entwickelte sich dynamisch und legte um 37 Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar zu, vor allem dank der starken Nachfrage nach Ryzen-Prozessoren. Deutlich langsamer wuchs hingegen das Embedded-Segment.
Im KI-Bereich positioniert sich AMD zunehmend stärker. Zu den Kunden zählen inzwischen unter anderem OpenAI und Oracle. Zudem plant der Konzern noch in diesem Jahr die Auslieferung des neuen KI-Serversystems Helios. Trotz bestehender US-Exportbeschränkungen erzielte AMD zuletzt auch relevante Umsätze mit KI-Chips in China.
Die Aktie von AMD verlor nachbörslich mehr als acht Prozent auf 222,50 Dollar. Allerdings hatte sich die Aktie seit ihrem Tief im April vergangenen Jahres auch stark entwickelt. Insgesamt stehen die Zeichen bei AMD dennoch weiter auf Wachstum. AKTIONÄR-Leser liegen seit der Empfehlung weiter rund 70 Prozent im Plus. Position halten, den Stopp aber zur Absicherung leicht nachziehen. Klarer Favorit des AKTIONÄR im Sektor bleibt Nvidia.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
Aktien der Nvidia befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
Heute, 06:26