03.08.2017 Maximilian Völkl

Siemens: Herber Rückschlag – wie geht es jetzt weiter?

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Siemens
Trendthema

Siemens hat am Donnerstag Zahlen zum dritten Quartal vorgelegt. Das Wachstum des Industriekonzerns lag unter den Erwartungen, die Aktie kommt im frühen Handel entsprechend etwas unter Druck. CEO Joe Kaeser bleibt dafür an Bord und kann seine Abspaltungspläne vorantreiben.

Drei Sorgenkinder

Der Umsatz auf vergleichbarer Basis ist im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf 21,4 Milliarden Euro gewachsen und lag damit deutlich unter den Schätzungen von rund zehn Prozent. Drei von neun Industriesparten verzeichneten allerdings sogar rückläufige Umsätze, darunter die unter Druck stehende Windkrafttochter Gamesa. Beim Nettogewinn übertraf Siemens mit einem Plus von sieben Prozent auf 1,46 Milliarden Euro allerdings die Erwartungen. An der Prognose hält der Konzern fest.

Ärgerlich: Die wichtige Marge im industriellen Geschäft lag mit 10,4 Prozent unter dem Zielkorridor von elf bis zwölf Prozent. Allerdings machten sich hier Sondereffekte durch die Gamesa-Fusion und die Übernahme von Mentor Graphics bemerkbar. Konzernchef Joe Kaeser hat derweil seinen Vertrag bis 2021 verlängert. Laut Aufsichtsratschef Gerhard Cromme sei Kaeser „nicht nur Garant des Erfolgs, sondern auch der Stabilität in unsicheren Zeiten“. Der CEO kann damit seine Pläne, Siemens mehr und mehr zu einer Art Holding umzubauen – als nächstes sind die Medizintechniktochter Healthineers und die Mobilitätssparte im Visier – weiter verfolgen.

Schwaches Chartbild

Die Zahlen belasten das ohnehin angeschlagene Chartbild erneut. Die Siemens-Aktie ist langfristig zwar aussichtsreich und bietet vor allem dank der starken Position bei der Industrie 4.0 gute Perspektiven für die Zukunft. Kurzfristig bietet sich ein Neueinstieg aber nicht an. Anleger sollten eine Trendwende abwarten. Wer investiert ist, bleibt an Bord mit Stopp bei 100 Euro.