Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten haben die Wall Street am Donnerstag wieder fest im Griff gehabt. Nachdem sich die Märkte am Vortag noch kurz stabilisieren konnten, setzten die US-Indizes ihre Verluste deutlich fort. Auslöser war vor allem der erneute Sprung der Ölpreise.
Die US-Ölsorte WTI kletterte zeitweise über die Marke von 80 Dollar je Barrel und erreichte damit den höchsten Stand seit Januar 2025. Hintergrund sind neue Eskalationsmeldungen aus dem Konflikt mit dem Iran, nachdem Teheran den Angriff auf einen Öltanker vermeldete.
Der Dow Jones verlor am Ende 1,6 Prozent beziehungsweise 785 Punkte und ging mit 47.954,74 Punkten aus dem Handel. Der S&P 500 gab 0,6 Prozent auf 6,830.71 Punkte nach, während der technologielastige Nasdaq Composite nur 0,3 Prozent einbüßte. Besonders konjunktursensible Werte wie Boeing und Caterpillar gerieten unter Druck, da steigende Energiepreise die Sorge vor einer Abschwächung der globalen Wirtschaft anheizten.
Neben Aktien und Öl bleibt auch der Goldpreis ein großes Thema an den Märkten. Joy Alukkas, Gründer der Joyalukkas Group und einer der größten Schmuckhändler der Welt, erwartet einen neuen kräftigen Preisschub beim Edelmetall und sieht angesichts geopolitischer Spannungen und hoher Staatsverschuldung weiter steigende Notierungen.
Beim Softwarekonzern Oracle sorgt der KI-Boom offenbar für einen massiven Umbau. Berichten zufolge stehen im Zuge der Fokussierung auf Künstliche Intelligenz und Cloud-Infrastruktur tausende Jobs auf der Kippe.
Eine kleine KI-Aktie hat derweil für einen spektakulären Kurssprung gesorgt. Das Papier von Gaxos.ai schoss zeitweise um 84 Prozent nach oben und rückte damit plötzlich in den Fokus vieler Anleger. Hintergrund sind neue Fantasien rund um den Einsatz der KI-Drohnentechnologie sowie stark gestiegene Erwartungen an das Wachstum im KI-Sektor.
Auch mehrere Cloud-Titel standen im Rampenlicht. Aktien wie Okta, MongoDB und Wix legten zeitweise rund acht Prozent zu und setzten damit ihre jüngste Aufwärtsbewegung fort. Der Markt setzt weiterhin stark auf Software- und Cloudanbieter, die vom Ausbau von KI-Anwendungen und steigenden IT-Budgets profitieren könnten.
Bei Berkshire Hathaway sorgt der designierte Buffett-Nachfolger Greg Abel für Aufmerksamkeit. Der Manager hat Aktien des Konglomerats im Wert von rund 15 Millionen Dollar gekauft. Der Schritt wird von vielen Marktbeobachtern als Vertrauenssignal gewertet – und möglicherweise nur als Auftakt für weitere Käufe.
Der Chip- und Softwarekonzern Broadcom bleibt derweil einer der großen Gewinner des KI-Booms. Das Unternehmen meldete gestern nachbörslich Zahlen und profitiert demnach von der enormen Nachfrage nach leistungsfähigen Chips und Netzwerktechnik für Rechenzentren, die für KI-Anwendungen benötigt werden. Das Wachstumstempo bleibt entsprechend hoch.
Die Aktie von The Trade Desk stemmte sich gegen den schwachen Gesamtmarkt und gehörte zu den größten Gewinnern des Tages. Hintergrund sind Spekulationen über eine mögliche Zusammenarbeit mit OpenAI im Werbebereich sowie ein Insiderkauf, der als Vertrauenssignal gewertet wurde. Anleger griffen daraufhin kräftig zu – am Ende stand ein Kursplus von 18 Prozent zu Buche.
Beim Elektroautobauer Tesla gibt es derweil erneut Ärger rund um das Werk in Grünheide. Die Gewerkschaft prüft eine Strafanzeige gegen das Unternehmen und wirft dem Konzern Verstöße im Umgang mit Beschäftigten vor. Der Konflikt zwischen Management und Arbeitnehmervertretern spitzt sich damit weiter zu.
05.03.2026, 22:09