Zwei Sorgenkinder, ein Termin: PayPal und Boeing legen heute vor dem US-Börsenstart ihre Zahlen zum dritten Quartal vor. Bei beiden ist der Gewinn je Aktie weitgehend vorgezeichnet. Über den Kurs entscheidet jeweils eine eigene Prognose des Managements. Klappt der nachhaltige Turnaround?
PayPal-Zahlen: Hält der Bezahlknopf die zwei Prozent?
Analysten erwarten von PayPal einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,31 Dollar nach 1,34 Dollar im Vorjahresquartal, der Umsatz soll um 3,5 Prozent auf 8,71 Milliarden Dollar steigen. Den leichten Gewinnrückgang hatte das Management selbst angekündigt. Die eigentliche Messlatte ist der Bezahlknopf im Onlinehandel, das margenstärkste Geschäft: Hier hat PayPal rund zwei Prozent Wachstum ohne Währungseffekte in Aussicht gestellt. Wie dünn das Polster ist, zeigte das zweite Quartal. Das Zahlungsvolumen stieg um zehn Prozent, der Rohertrag aus dem Zahlungsverkehr aber nur um ein Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar.
Cleveland Research stufte die Aktie am 19. Oktober auf „Underperform“ ab, am Montag verlor sie vorab 3,56 Prozent auf 54,99 Dollar. Gemessen am Jahresziel von 5,38 Dollar Gewinn je Aktie liegt das KGV bei 10 – viel Enttäuschung ist bereits eingepreist.
Mitte Juli riss PayPal eine Kurslücke: Die Aktie sprang nach Berichten über ein Übernahmeangebot von Stripe und Advent über 60,50 Dollar je Aktie nach oben. Die Übernahmefantasie ist schon lange nicht mehr vorhanden, aber die Kurslücke nur teilweise geschlossen. Mit dem aktuellen Kurs von rund 55 Dollar ist noch reichlich Luft nach unten. Enttäuschen die Zahlen, ist der Weg frei: Erste Haltelinie ist die 200-Tage-Linie bei 49,99 Dollar, darunter würde sich das Gap bei 47,39 Dollar schließen.
Boeing-Zahlen: Bleibt trotz 700 Millionen Dollar Geld übrig?
Boeing hat im dritten Quartal 161 Verkehrsflugzeuge ausgeliefert, nach 171 im Vorquartal. Der Umsatz ist damit weitgehend bekannt: Analysten rechnen mit 24,32 Milliarden Dollar und einem bereinigten Verlust von 24 Cent je Aktie. Entscheidend ist der Free Cash Flow, also das Geld, das nach Investitionen in der Kasse bleibt. Finanzchef Jay Malave hatte für das Quartal einen positiven Wert im niedrigen dreistelligen Millionenbereich angekündigt, obwohl 700 Millionen Dollar aus der Einigung mit dem US-Justizministerium fällig waren. Fürs Gesamtjahr peilt Boeing eine bis drei Milliarden Dollar an.
Rückenwind gibt die Zulassung der 737 MAX 10 am 20. Oktober. Dagegen ruht laut Reuters die Fertigung des Frachters 777F seit rund zwei Monaten, und im Vorquartal verfehlte Boeing die Gewinnerwartung deutlich.
Boeing schloss bei 188,31 Dollar, 13,78 Prozent unter der 200-Tage-Linie bei 218,40 Dollar. Die Aktie hängt an der Unterstützung um 184 Dollar, an der sie im April und Ende September drehte. Gelingt der Turnaround nicht, rückt das 52-Wochen-Tief von 176,77 Dollar in den Blick.
PayPal und Boeing müssen heute liefern, um die Trendwende einzuläuten.
Der Börsenbrief TSI USA wartet nicht auf solche Stichtage, sondern setzt allein auf Trendstärke: Aus rund 3.000 Nasdaq-Werten kommen nur die Top 20 des TSI-Rankings infrage, zehn davon bilden das Depot. Fällt ein Wert unter Rang 20, fliegt er nach festen Regeln raus.
Seit dem Start im März 2016 steht das Musterdepot so bei einem Plus von 621 Prozent oder im Schnitt 22 Prozent pro Jahr. Mehr erfahren Sie hier.
Die Experten der AKTIONÄR-Redaktion veröffentlichen in regelmäßigen Abständen Aktien-Reports zu Spezialthemen und neuen Einstiegschancen. Bleiben Sie mit unserem kostenlosen Newsletter auf dem Laufenden, wann welcher Report erscheint. Jetzt hier anmelden.
Heute, 07:18
Bei Google bevorzugen