PayPal baut seine Reichweite im boomenden Social-Commerce-Markt aus. Künftig können Canva-Nutzer Zahlungslinks direkt in ihre Designs integrieren und Inhalte ohne Umweg monetarisieren. Für den Payment-Riesen ist das strategisch interessant – und für die Aktie ein willkommenes Signal. Aber auch mehr?
PayPal treibt den Umbau vom klassischen Online-Bezahldienst zur Commerce-Plattform weiter voran. Der Konzern kooperiert dazu mit Canva, einer weltweit stark genutzten Design-Plattform für Präsentationen, Social-Media-Grafiken, Flyer und andere digitale Inhalte.
Canva-Nutzer können künftig Zahlungslinks oder QR-Codes unmittelbar in ihre Inhalte einbauen und Angebote direkt aus einem Design heraus verkaufen. PayPal selbst spricht von einer neuen App, die den Checkout in Canva integriert und so Creator sowie kleine Unternehmen direkt aus ihren Entwürfen heraus bezahlt werden lässt.
Der Schritt passt in einen klaren Markttrend: Commerce wandert zunehmend dorthin, wo Inhalte entstehen und Aufmerksamkeit erzeugt wird – also in Social Media, Communitys, Messenger und andere direkte digitale Kanäle. Genau hier setzt die neue Verbindung an. Statt erst Reichweite aufzubauen und Nutzer anschließend in einen externen Shop zu lotsen, kann die Transaktion nun deutlich näher an den Content rücken.
Für Creator ist das attraktiv, weil technische Hürden sinken. Wer Produkte, Services oder digitale Inhalte verkauft, braucht nicht zwingend mehr einen eigenen Shop mit aufwendiger Infrastruktur. PayPal verweist bei seinen Payment Links selbst auf den No-Code-Ansatz: Links und Buttons lassen sich erstellen und teilen, ohne tief in die technische Integration einzusteigen.
Auch für kleine Unternehmen und Selbstständige ist das interessant. Sie können Angebote künftig direkt aus Präsentationen, Flyern, Social-Posts oder anderen Canva-Formaten heraus monetarisieren. Das beschleunigt den Weg von der Idee bis zum Umsatz – und genau das dürfte für viele Nutzer der eigentliche Mehrwert sein.
PayPal bekommt im Gegenzug Zugang zu einer riesigen Nutzerbasis, die weit über klassische Online-Händler hinausgeht. Laut PayPal erreicht die neue Lösung Hunderte Millionen Creator und kleinere Firmen.
Strategisch ist die Kooperation für beide Seiten sinnvoll. Canva erweitert sein Ökosystem um eine Commerce-Funktion, PayPal verankert sich tiefer im Alltag von Creatorn, Soloselbstständigen und kleinen Unternehmen.
Gerade in einem Umfeld, in dem der Wettbewerb im Payment-Markt hoch bleibt, sind solche Partnerschaften wichtig, um neue Transaktionsvolumina zu erschließen und die Marke in zusätzlichen Nutzungsszenarien sichtbar zu machen. Diese Stoßrichtung passt auch zu PayPals breiterer Plattformstrategie rund um neue Bezahl- und Wachstumsangebote für Händler.
Die Kooperation mit Canva ist für PayPal ein sinnvoller Schritt. Der Konzern dockt damit an einen strukturell wachsenden Markt an und bringt Bezahlfunktionen näher an den Content und damit näher an den Kaufimpuls. Das allein reicht aber noch nicht für eine Neubewertung der Aktie. Dafür wurde in den vergangenen Monaten zu viel Vertrauen verspielt. Auch die jüngste Rolle rückwärts bei Google (DER AKTIONÄR berichtete) hat das Vertrauen der Anleger alles andere als gestärkt. Anleger lassen daher weiter die Finger von der Aktie.
Die Anti-PayPal-Aktie: Stabil. Profitabel. Unterschätzt.
PayPal hat seine Anleger massiv vergrault. Gleiches gilt fast für den gesamten Fintech-Sektor – bis auf ein Unternehmen. Mit einem völlig anderen Ansatz als PayPal und Co liefert es starkes Wachstum, hohe Profitabilität und massive Outperformance.
Diese Aktie gibt es ab sofort im Aktienreport „Die Anti-PayPal-Aktie: Stabil. Profitabel. Unterschätzt." von AKTIONÄR-Experte Michael Herrmann.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: PayPal.
Heute, 09:11