Schaeffler will nicht länger abhängig von der schwächelnden Autoindustrie sein und verleiht sich einen neuen Anstrich: Der fränkische Automobilzulieferer steigt in das boomende Raumfahrtgeschäft ein. Die Aktie greift bereits heute nach den Sternen und schießt zeitweise um 16 Prozent nach oben – Spitzenplatz im MDAX.
Wie das Unternehmen heute bekannt gab, will Schaeffler künftig sogenannte "Reaction Wheels" für den US-Satellitenbetreiber Spire Global produzieren. Diese hochkomplexen Schwungräder sorgen dafür, dass Satelliten in der Umlaufbahn exakt ausgerichtet werden können und in der richtigen Position bleiben. In den kommenden fünf Jahren soll dieser Deal für Schaeffler einen Umsatz in Höhe von 250 Millionen Euro einbringen.
Spire ist der erste große Raumfahrt-Kunde von Schaeffler. Die eigentliche Fantasie reicht allerdings deutlich weiter. "Wir werden uns selbstverständlich auch anderen Interessenten nicht verschließen", teilte Schaeffler-Vorstandschef Klaus Rosenfeld gegenüber der DPA mit. AKTIONÄR-Leser wissen: Rosenfeld baut Schaeffler schon seit geraumer Zeit aus der Abhängigkeit von der Automobilindustrie heraus und stellt das Unternehmen in den Bereichen Rüstung und humanoiden Robotern breiter auf. Nun rückt die Raumfahrt als weitere Zukunftssparte in den Fokus. Die Aktivitäten werden künftig bei der Defence-Tochter in München gebündelt. "Wir meinen es ernst mit diesen Themen", beteuert der Vorstandschef.
Weltraum-Rally läuft
Schaeffler landet damit an der Börse einen Volltreffer. In den USA läuft seit Tagen eine Space-Rally – ausgelöst durch den bevorstehenden Mega-Börsengang von Elon Musks SpaceX (DER AKTIONÄR berichtete). Investoren stürzen sich deshalb auf potenzielle Profiteure der neu entfachten Weltraum-Euphorie – von Satelliten- und Raketenfirmen bis hin zu Infrastruktur- und Zulieferunternehmen. Aktien wie Redwire, Rocket Lab oder AST SpaceMobile explodieren förmlich. Und nun auch Schaeffler.
Kurz vor Xetra-Schluss steht bei der Schaeffler-Aktie ein Tagesgewinn von 10,6 Prozent auf der Kurstafel. In der Spitze schoss der MDAX-Titel sogar um 16 Prozent nach oben und nahm damit das Jahreshoch bei 11,98 Euro ins Visier. Ein Ausbruch darüber wäre ein starkes Signal.
Der Schwerpunkt von Schaeffler liegt weiterhin in der Automobilindustrie. Dennoch hat DER AKTIONÄR das Potenzial des Umbaus hin zu einem Hightech-Zulieferer für Zukunftsbranchen wie Verteidigung, Robotik und Raumfahrt erkannt. Denn das Unternehmen bringt jene Fähigkeiten mit, die in diesen Märkten besonders gefragt sind: Industrielle Serienfertigung, Präzisionstechnik, Sensorik, Antriebssysteme und Skalierung. An der Börse wird die Fantasie rund um Space, Robotik und Defence als langfristiger Bewertungshebel nun zunehmend eingepreist. Wer der Empfehlung des AKTIONÄR vor zwei Monaten gefolgt ist, sitzt inzwischen schon auf knapp 60 Prozent Buchgewinn. Anleger bleiben an Bord – die Schaeffler-Story ist noch nicht auserzählt.
In den Aktienreports „Weltraum-Geheimtipp vor dem Abflug“, „Die Space-Pioniere“ und „Galaktisches Potenzial“ hat DER AKTIONÄR zudem weitere Top-Aktien aus dem Raumfahrtsektor empfohlen. Anleger sind damit in der laufenden Space-Rally ganz vorne dabei.
Heute, 17:28