Paukenschlag bei PayPal. Stripe und der Finanzinvestor Advent wollen den Bezahldienstleister offenbar übernehmen. Sie sollen auch bereits ein konkretes Gebot abgegeben haben – inklusive eines satten Aufschlags auf den gestrigen Schlusskurs. DER AKTIONÄR zeigt, was Anleger zu dem Angebot wissen müssen.
Kurz und knapp:
• Stripe und Advent bieten laut Reuters 60,50 US-Dollar je PayPal-Aktie – das entspricht einem Aufschlag von rund 28 Prozent und einer Bewertung von mehr als 53 Milliarden US-Dollar.
• Das Angebot kommt nicht völlig überraschend: Übernahmespekulationen um PayPal kursieren schon länger.
• Die gebotene Prämie wirkt grundsätzlich attraktiv und könnte Erfolg haben. Fix ist der Deal aber noch nicht.
Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen, dass Stripe und Advent ein gemeinsames Übernahmeangebot für PayPal vorgelegt haben. Die Interessenten bieten demnach 60,50 Dollar je PayPal-Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von rund 28 Prozent auf den Schlusskurs vom Dienstag.
Die Offerte soll bereits Anfang Juli eingereicht worden sein und durch verbindliche Finanzierungszusagen von Banken über rund 50 Milliarden Dollar gedeckt sein. Stripe und Advent würden PayPal laut Reuters jeweils zur Hälfte besitzen wollen. Die Partner streben dem Bericht zufolge einen Abschluss der Transaktion bis Ende des Monats an.
Ganz überraschend käme ein solcher Vorstoß nicht. Um PayPal halten sich schon seit geraumer Zeit Übernahmespekulationen. Der Konzern verfügt trotz einiger Probleme weiterhin über eine starke Marke, eine große Kundenbasis und eine wichtige Stellung im globalen digitalen Zahlungsverkehr.
Für Stripe wäre PayPal eine Gelegenheit, seine Position im Wettbewerb mit anderen Zahlungsanbietern deutlich auszubauen; Advent könnte die Finanzierung und die Erfahrung bei komplexen Transaktionen einbringen.
Auch die angebotene Prämie wirkt grundsätzlich angemessen. Mit 60,50 Dollar je Aktie liegt das Gebot spürbar über dem jüngsten Börsenkurs und könnte bei vielen Aktionären auf Zustimmung stoßen. Gleichwohl ist offen, ob PayPal das Angebot akzeptiert oder ob es zu verbesserten Konditionen beziehungsweise weiteren Interessenten kommt.
Anleger sollten die Nachricht dennoch mit der nötigen Vorsicht einordnen. Reuters stützt sich auf nicht namentlich genannte Insider. Advent wollte sich laut dem Bericht nicht äußern. PayPal und Stripe reagierten zunächst nicht auf Anfragen der Nachrichtenagentur. Eine offizielle Bestätigung der Gespräche oder gar eine verbindliche Vereinbarung gibt es damit bislang nicht.
Das kolportierte Angebot ist hoch genug, um PayPal neue Übernahmefantasie zu verleihen, und dürfte durchaus Chancen auf Erfolg haben. Bis zu einer Bestätigung durch die Beteiligten bleibt die Sache aber spekulativ. Sollte es doch zu keinem Angebot kommen, kann es mit dem Kurs auch schnell wieder nach unten gehen.
FAQs zu PayPal
Was macht PayPal?
PayPal ist ein US-Zahlungsdienstleister, über den Verbraucher und Händler digital Geld senden, empfangen und Online-Zahlungen abwickeln können.
Womit verdient PayPal sein Geld?
PayPal erzielt seine Erlöse vor allem mit Gebühren für Zahlungsabwicklungen. Einnahmen kommen unter anderem aus dem Online-Checkout, Händlerlösungen, Venmo sowie weiteren Finanz- und Mehrwertdiensten.
Warum steht die PayPal-Aktie unter Druck?
Die Aktie leidet unter schwächerem Wachstum, hohem Wettbewerbsdruck und einem Vertrauensverlust an den Märkten. Neue Vorstöße von Konkurrenten im Payment-Markt sorgen für zusätzlichen Gegenwind.
Heute, 07:47
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