Für PayPal kommt der nächste Gegenwind aus einer Richtung, die Anleger unbedingt im Blick haben sollten. Der E-Commerce-Spezialist Shopify baut sein Payment-Geschäft in den USA weiter aus und hat dafür Lizenzen als sogenannter Money Transmitter beantragt. Für klassische Zahlungsanbieter wie PayPal steigt damit der Druck weiter.
Das Wichtigste kurz und knapp:
• Shopify baut sein Payment-Geschäft aus.
• Mit neuen Lizenzen in den USA könnte der E-Commerce-Spezialist Händlergelder künftig selbst halten und transferieren.
• Für PayPal verschärft sich damit der Wettbewerb in einem ohnehin hart umkämpften Markt.
Shopify will künftig deutlich stärker auf eigene Bezahllösungen setzen. Mit einer Lizenz als sogenannter Money Transmitter könnte das Unternehmen Händlergelder künftig selbst halten und transferieren. Ein Angriff auf die externen Zahlungsdienstleister.
Shopify war bislang im Payment stark auf Partner wie Stripe angewiesen. Mit den neuen Lizenzen könnte sich das Unternehmen nun Schritt für Schritt unabhängiger machen und mehr Wertschöpfung in die eigene Hand holen.
Der Schritt dürfte den Wettbewerb im ohnehin hart umkämpften Markt für Zahlungsabwicklungen weiter verschärfen. Branchenexperten sprechen bereits von signifikanten Auswirkungen auf Zahlungsdienstleister.
Für PayPal ist das eine schlechte Nachricht. Der Konzern steht ohnehin unter Druck und sucht nach neuen Wachstumstreibern. Wenn Plattformanbieter wie Shopify immer tiefer in das Payment-Geschäft vordringen, erhöht das nicht nur den Preisdruck, sondern verschiebt auch die Kräfteverhältnisse im E-Commerce grundsätzlich. Wer Shop, Check-out, Payment und Kundendaten kontrolliert, schafft sich einen strategischen Vorteil.
PayPal hat den Trend zwar erkannt und seine Beteiligung an Shopware im vergangenen Oktober auf 41 Prozent aufgestockt. Doch der Vorstoß von Shopify macht deutlich, dass die Konkurrenz nicht schläft. Im Gegenteil: Der Kampf um Händler, Daten und Zahlungsströme dürfte in den kommenden Quartalen noch härter werden.
Für PayPal ist der Shopify-Vorstoß der nächste unerfreuliche Fingerzeig. Der E-Commerce-Spezialist drängt mit mehr Macht ins Payment und erhöht damit den Wettbewerbsdruck in einem Markt, der ohnehin schon schwierig genug ist. Das bedeutet weiteren Gegenwind für PayPal. Potenzielle Neueinsteiger meiden die Aktie daher unverändert.
FAQs zu PayPal
Was macht PayPal?
PayPal ist ein US-Zahlungsdienstleister, über den Verbraucher und Händler digital Geld senden, empfangen und Online-Zahlungen abwickeln können.
Womit verdient PayPal sein Geld?
PayPal erzielt seine Erlöse vor allem mit Gebühren für Zahlungsabwicklungen. Einnahmen kommen unter anderem aus dem Online-Checkout, Händlerlösungen, Venmo sowie weiteren Finanz- und Mehrwertdiensten.
Warum steht die PayPal-Aktie unter Druck?
Die Aktie leidet unter schwächerem Wachstum, hohem Wettbewerbsdruck und einem Vertrauensverlust an den Märkten. Neue Vorstöße von Konkurrenten im Payment-Markt sorgen für zusätzlichen Gegenwind.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: PayPal.
Heute, 11:31