Mercedes-Benz hat gepatzt. Der Umsatz 2025 sank um 9,2 Prozent auf rund 132 Milliarden Euro, während das Konzernergebnis mit 5,3 Milliarden Euro fast um die Hälfte einbrach. Zudem setzte der Autobauer die Messlatte bezüglich Gewinnmarge für das Jahr 2026 weiter nach unten. Die Analysten blieben dennoch optimistisch für die Aktie.
Die Zahlen für das Jahr 2025 fielen enttäuschend aus. Auch der Ausblick ließ viele Wünsche offen.
Mercedes-Benz geht darüber hinaus mit einer defensiven Prognose in das laufende Geschäftsjahr. In der Auto-Sparte wird lediglich mit einer Marge zwischen drei und fünf Prozent gerechnet – im Worst Case droht also eine weitere Verschlechterung. Analysten hatten für 2026 bisher einen Wert von 5,8 Prozent auf dem Zettel. Erst im Jahr 2027 will CEO Ola Källenius wieder zweistellige Margen in Angriff nehmen.
Auch diejenigen Anleger, die Mercedes vor allem wegen der attraktiven Ausschüttungen im Depot haben, müssen sich mit einem Tick weniger zufriedengeben. Die Dividende wird von 4,30 Euro auf 3,50 Euro gekürzt.
Goldman Sachs hat trotz der schwachen Zahlen das Kursziel für Mercedes-Benz bei 71 Euro belassen. Der Ergebniskonsens für 2026 dürfte prozentual zweistellig sinken, schrieb Christian Frenes am Donnerstag nach dem Quartalsbericht. An der Ausschüttungspolitik habe sich allerdings nichts geändert, hob er hervor.
Auch die US-Bank JPMorgan blieb bei ihrer Einschätzung: Kursziel 70 Euro. Die Resultate entsprächen den Erwartungen und der Zielsetzung des Autobauers, schrieb Jose Asumendi. Zwar stehe den Stuttgartern ein herausforderndes Jahr 2026 bevor, er rechne aber mit einem starken Free Cashflow, der erneut die Dividende und den Aktienrückkauf stützen dürfte.
Weitaus weniger optimistisch zeigte sich die kanadische Bank RBC. Die Eckdaten des Autobauers seien schwächer als erwartet ausgefallen und dürften kurzfristig belasten, schrieb Tom Narayan. Sein Kursziel für die Aktie lautet 57 Euro. "2025 war für Mercedes China – wie auch für die anderen deutschen Autobauer – schmerzhaft. Alle deutschen Premiumhersteller brauchen eine neue China-Strategie", bringt es Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer auf den Punkt.
Nach Stellantis und Volvo Cars patzt der nächste Auto-Hersteller. Das zeigt, dass nicht nur die Massenhersteller, sondern auch die Premium-Autobauer deutlichen Gegenwind spüren. Besonders heikel ist für Mercedes-Benz und Co nach wie vor die Situation im wichtigsten Automarkt China. Viele Konzernchefs hatten auf eine Trendwende bei den Verkaufszahlen Ende des Jahres 2025 gehofft. Die Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Nach wie vor gewinnen Chinas Brands wie BYD, Xpeng oder Xiaomi Marktanteile hinzu. Während Anleger bei Mercedes-Benz den Stoppkurs beachten, hat DER AKTIONÄR in der neuen Ausgabe einen weiteren Autobauer auf die Empfehlungsliste gesetzt. Mehr dazu lesen Sie hier.
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Enthält Material von dpa-AFX
Heute, 14:55