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25.08.2020 Emil Jusifov

Facebook muss zahlen

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Facebook

Facebook hat sich im Steuerstreit mit Frankreich auf eine Zahlung von mehr als 100 Millionen Euro geeinigt. "Wir nehmen unsere steuerlichen Verpflichtungen ernst", erklärte ein Sprecher des Unternehmens am Montag laut Mitteilung. Die französische Tochtergesellschaft des Internetriesen hat sich demnach zu einer Zahlung von 106 Millionen Euro bereiterklärt - die Nachzahlung betrifft die Jahre 2009 bis 2018.

Besonders Frankreich dringt auf die Einführung einer internationalen Digitalsteuer. Sie soll vor allem große amerikanische Technologie-Konzerne wie Amazon oder Google ins Visier nehmen, die mit ihrem Geschäftsmodell nach Ansicht von Kritikern zu wenig Steuern in einzelnen Märkten bezahlen. Frankreich hatte 2019 bereits eine nationale Steuer eingeführt, die hauptsächlich große US-Konzerne wie Google oder Facebook trifft - zum Ärger der US-Regierung.

Ende Januar hatten sich die beiden Länder dann auf eine Rahmen-Vereinbarung verständigt: Paris erklärte sich bereit, fällige Vorauszahlungen auf die nationale Digitalsteuer bis Ende des Jahres auszusetzen, dafür verzichteten die USA auf Sanktionen. Im Dauer-Streit um die Digitalsteuer hatten Paris und Washington sich bereits 2019 geeinigt, eine internationale Lösung im Rahmen der Industriestaaten-Organisation OECD zu finden. Die USA stiegen aber Ende Juni zumindest vorläufig aus den Verhandlungen aus.

"Wir verstehen, dass es Frustration darüber gibt, wie Technologieunternehmen in Europa besteuert werden. Wir wollen auch eine Steuerreform, und ich begrüße die Tatsache, dass die OECD daran arbeitet", erklärte Facebook-Chef Mark Zuckerberg laut Mitteilung. Man akzeptiere, dass ein neues System bedeuten könne, dass Facebook mehr Steuern zahlen müsse - und zwar an verschiedenen Orten, in einem neuen Rahmen.

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Für die Kriegskasse von Facebook sind 100 Millionen Euro Peanuts. Insofern sollte diese Steuernachzahlung überhaupt keine Auswirkungen auf die Entwicklung des operativen Geschäfts von Facebook haben. Facebook bleibt ein Basisinvestment.

(Mit Material von dpa-AFX)


Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Facebook.

Der Autor Emil Jusifov hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Facebook.

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