28.05.2018 Marion Schlegel

Evotec mit dem „Besten aus zwei Welten“ – Aktie vor Kaufsignal

-%
Evotec
Trendthema

Die Aktie von Evotec ist derzeit nicht zu bremsen. Der Wert profitiert von einer weiteren Kooperation mit Celgene. Zu Beginn der vergangenen Woche haben beide Unternehmen eine langfristige strategische Wirkstoffforschungs- und –entwicklungspartnerschaft zur Identifizierung neuer Therapeutika im Bereich Onkologie bekannt gegeben. Die Vereinbarung sieht vor, dass Evotec eine Vorabzahlung von 65 Millionen Dollar erhält. Zudem hat die Gesellschaft Anspruch auf potenzielle signifikante Meilensteinzahlungen sowie gestaffelte Umsatzbeteiligungen an jedem lizenzierten Projekt.

Die Analysten haben diesen Deal enorm positiv aufgenommen. Während die Deutsche Bank die Aktie zum Kauf mit einem Kursziel von 20 Euro empfiehlt, haben die Analysten von Oddo BHF ihr Kursziel sogar auf 22 Euro erhöht. Auch DER AKTIONÄR empfiehlt die Aktie ganz klar weiter zum Kauf. Evotec bleibt einer der besten deutschen Biotechwerte. Zuletzt tummelten sich einige Shortseller bei dem Wert, die sich bei einer Fortsetzung der jüngsten Aufwärtsbewegung mehr und mehr eindecken müssen. Mit der Kursrallye in der vergangenen Woche, die Evotec zum Top-Gewinner der Woche im TecDAX gemacht hat, hat sich die Aktie dem ersten wichtigen Widerstand genähert: der 200-Tage-Linie. Gelingt der Sprung darüber wäre dies ein erste klares positive Zeichen. Das große Kaufsignal würde der Sprung über die Marke von 17 Euro bringen.

Vor wenigen Wochen hat sich DER AKTIONÄR mit dem Vorstandsvorsitzenden von Evotec, Dr. Werner Lanthaler, über die Positionierung des Unternehmens im Allgemeinen sowie die Ziele für 2018 unterhalten. Einen Auszug aus diesem Interview folgt jetzt:

Was ist das Besondere am Geschäftsmodell von Evotec?

Dr. Werner Lanthaler: Unser Geschäftsmodell mit den Segmenten EVT Execute und EVT Innovate ist weltweit einzigartig: Wir können unseren Partnern im Segment EVT Execute hochwertige Servicedienstleistungen für Forschungs- und Entwicklungsprojekte anbieten und gleichzeitig in unserem Segment EVT Innovate eine hochinnovative Pipeline aufbauen, die wir mit Meilensteinen und hohen Produktbeteiligungen mitbesitzen. Diese Verbindung ist das Beste aus zwei Welten („The best of both worlds“) und macht uns zu einem nachhaltig profitablen Biotech-Unternehmen mit enormem und ständig wachsendem Upside-Potenzial.

Was erwarten Sie sich auf fundamentaler Seite in den kommenden zwölf Monaten?

Im kommenden Jahr haben wir uns klare Ziele gesetzt, aber vor allem wollen wir unsere führende Marktposition im Bereich externer Innovation weiter ausbauen. Eine wichtige Zielsetzung ist die vollständige Integration von Aptuit, hier erwarten wir für das zweite Halbjahr 2018 erste deutliche Cross-Selling Synergieeffekte. Wir erwarten weitere Fortschritte in der klinischen Pipeline, und wollen die Marke von über 100 Co-owned Pipeline Produkten per Anfang 2019 überspringen. Wir haben uns vorgenommen mindestens zwei neue signifikante strategische Innovationsallianzen sowie mindestens zwei neue BRIDGE-Vereinbarungen mit Top Universitäten in USA und Europa abzuschließen. Weiters werden wir unser Portfolio an Equitybeteiligungen an vielversprechenden Start-Ups weiter signifikant ausbauen.

Was sind ihre finanziellen Ziele für 2018?

Unsere Prognose lautet: „3X30“. Also 30 Prozent Plus bei Umsatz und bereinigtem EBITDA sowie bis zu 30 Millionen Euro, die wir in F+E investieren wollen. Der Geschäftsverlauf im ersten Quartal stimmt uns zuversichtlich, diese ambitionierten Ziele auch erreichen zu können.

Herr Lanthaler, wir danken Ihnen für das Gespräch.