Die Aktie des Wirkstoffforschers Evotec setzt sich am Mittwoch klar an die Spitze im SDAX. Zur Stunde gewinnt das Papier gut fünf Prozent an Wert und steigt damit auf den höchsten Stand seit Anfang November. Rückenwind verleiht die angekündigte Übernahme von Dark Blue Therapeutics durch den Biotech-Giganten Amgen.
Die Amerikaner reißen sich Dark Blue Therapeutics für bis zu 840 Millionen Dollar unter den Nagel. Die britische Gesellschaft fokussiert sich auf erstklassige, kleine Moleküle ausgerichtete Proteinabbauprodukte für die Onkologie. Amgen erweitert mit dem Zukauf sein Portfolio an Krebswirkstoffen um einen hochinteressanten Entwicklungskandidaten zur Behandlung der akuten myeloischen Leukämie (AML).
Doch was hat Evotec damit zu tun? Der Hamburger Wirkstoffforscher ist an der britischen Gesellschaft, die nun an Amgen verkauft werden soll, beteiligt. Laut der kanadischen Bank RBC hält Evotec geschätzt gut ein Fünftel an Dark Blue Therapeutics. Auf Basis des maximalen Transaktionspreises entspricht dies etwa 170 Millionen Dollar.
Seit einem Jahrzehnt arbeitet Evotec im Rahmen einer neuartigen strategischen Partnerschaft mit der Universität Oxford zusammen. Deren Ziel sei es, "die Umsetzung grundlegender biomedizinischer Forschung aus Oxford in neue Therapeutika zu beschleunigen", heißt es auf der Homepage von Evotec. "Bis heute wurden 38 Projekte in verschiedenen therapeutischen Bereichen und Modalitäten finanziert und ein erstes Unternehmen, Dark Blue Therapeutics, ausgegliedert."
Evotec könnte die Beteiligung an Dark Blue Therapeutics nun versilbern und die Liquiditätssituation dadurch verbessern. Grundsätzlich muss sich allerdings das Geschäft mit präklinischen Forschungsdienstleistungen (CRO) weiter erholen und das Management das Vertrauen des Kapitalmarktes wiederherstellen. Anleger warten weitere positive Signale ab.
07.01.2026, 10:50