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04.04.2011 Michael Herrmann

Deutsche Post: Was bringt der Adcloud-Deal?

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Deutsche Post

Die Deutsche Post hat ihr Online-Geschäft mit einer Übernahme gestärkt. Der Brief- und Logistikkonzern übernimmt den Online-Vermarkter Adcloud. Weitere Zukäufe schließt die Post nicht aus. Sollten Anleger bei der Aktie der Deutschen Post weiter zukaufen?

Online-Werbung spielt für viele Firmen eine immer größere Rolle. Die Deutsche Post möchte hiervon profitieren und baut die Aktivitäten durch den Zukauf der Adcloud GmbH aus. Adcloud vermittelt performancebasierte kleine Anzeigen mittels sogenannter Clouds. Adcloud arbeitet mit über 300 Premium-Webseiten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Spanien zusammen. Adcloud liefert nach eigenen Angaben bis zu 5.000 Werbekontakte pro Sekunde für 3.500 Werbekunden. Trotz der Übernahme durch die Deutsche Post werde die aktuelle Geschäftsführung weiterhin eigenständig agieren.

Interesse an weiteren Zukäufen

Der Kauf ist nach Aussage des DAX-Konzerns ein strategischer Schritt auf einem rasant wachsenden Markt. Weitere Zukäufe schließt die Deutsche Post nicht aus. "Wenn wir interessante Optionen finden, die unseren Kunden nutzen und zu unserem Ansatz passen, werden wir uns solche Gelegenheiten sehr genau anschauen", sagte Ingo Bohlken, Marketingchef der Post, im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Commerzbank bleibt optimistisch

Frank Skodzik, Analyst der Commerzbank hat die Einstufung der Aktie der Deutschen Post nach Bekanntgabe der Adcloud-Übernahme auf "Buy" mit einem Kursziel von 16 Euro belassen. Es seien zwar noch keine finanziellen Details der Übernahme bekannt, da Adcloud aber lediglich 20 Angestellten habe, sei die Transaktionsgröße für die Deutsche Post wohl eher vernachlässigbar.

Aktie mit Potenzial

In der Tat dürfte sich die Übernahme des Kölner Online-Vermarkters Adcloud kaum auf das Ergebnis der Deutschen Post auswirken. Die Aussagen Bohlkens deuten aber darauf hin, dass sie der Ausgangspunkt für weitere Engagements im Online-Bereich sein könnte. Gerade wenn die umkämpften De-Mail-Dienste Fahrt aufnehmen, sollte sich eine breit aufgestellte Online-Strategie auszahlen. Da das Risiko für die Post hierbei überschaubar ist und es im klassischen Brief- und Logistikgeschäft rund läuft, bleibt das Kursziel des AKTIONÄR bei 16,50 Euro und die Aktie damit ein Kauf. Ein Stoppkurs bei 11,40 Euro sichert ab.

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