27.04.2020 Marion Schlegel

DAX: Starker Wochenauftakt – das sind die Top-Gewinner!

-%
DAX

Der DAX ist am Montag mit kräftigen Gewinnen in die wegen des 1.-Mai-Feiertags verkürzte Handelswoche gestartet. Für Freude sorgten zunächst Quartalszahlen der Deutschen Bank sowie vom Schwergewicht Bayer. Kurz vor Handelsschluss kam noch der Autozulieferer Continental mit seinem aktualisierten vorläufigen Geschäftsbericht hinzu. Zudem gab es positive Nachrichten aus Japan. Dort hilft die Notenbank der Wirtschaft im Kampf gegen die Corona-Krise nun mit unbegrenzten Staats- und Unternehmensanleihen.

DAX (WKN: 846900)

Der deutsche Leitindex schloss mit plus 3,13 Prozent auf 10.659,99 Punkten auf Tageshoch. Für den MDAX, in dem sich überwiegend mittelgroße Werte befinden, ging es um 1,54 Prozent auf 22.584,22 Punkte hoch. Auch in Asien, europaweit und in den USA wurden Gewinne verzeichnet.

Nach wochenlangem Stillstand wegen der Corona-Pandemie herrsche nun zunehmend Optimismus über die allmählichen Lockerungen in Europa, sagte Analyst David Madden vom Handelshaus CMC Markets UK. "Am Markt herrscht das Gefühl vor, dass die Normalität bald zurückkehren könnte, wenn auch nur sehr langsam."

Im DAX schlossen die Aktien der drei Unternehmen, die ihre Quartalszahlen vorgelegt hatten, auf Tageshoch. Die Anteilscheine der Deutschen Bank legten mit 12,7 Prozent besonders kräftig zu. Analysten lobten unisono insbesondere die überraschend besser als erwartet ausgefallenen Erträge im ersten Quartal. Im Kielwasser dessen zogen die Anteilscheine des Wettbewerbers Commerzbank im MDAX um knapp sechs Prozent an.

Deutsche Bank (WKN: 514000)

Der Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer trotzte der Corona-Krise im abgelaufenen Quartal dank einer hohen Nachfrage im Agrargeschäft sowie nach dem Gerinnungshemmer Xarelto. Dass er die Erwartungen ebenfalls übertraf, honorierten Anleger mit Käufen. Die Aktie gewann 5,8 Prozent.

Bayer (WKN: BAY001)

Die Anteile von Continental gingen mit plus sechs Prozent aus dem Tag, nachdem der Autozulieferer seine bereits veröffentlichten vorläufigen Zahlen nochmals aktualisierte. Dabei wurde von Händlern vor allem die operative Profitabilität gelobt, die dank des Reifengeschäfts noch etwas besser ausfiel als zuvor angekündigt.

Continental (WKN: 543900)

Adidas legten dagegen nur um moderate 0,7 Prozent zu. Dem Sportartikelhersteller brachen im ersten Quartal wegen der Viruskrise Umsätze und Gewinne weg. Hoffnungsfroh jedoch stimmte die Anleger, dass sich die Erholung in China in den vergangenen Wochen fortgesetzt hat.

Adidas (WKN: A1EWWW)

Den Papieren der Lufthansa, die um 10,5 Prozent zulegten, half die Aussicht auf ein milliardenschweres Rettungspaket. Dabei gehe es um ein Volumen von neun bis zehn Milliarden Euro, berichtete die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf Regierungskreise. Erst am Donnerstag hatte die Fluggesellschaft eingestanden, dass sie sich nicht mehr aus eigener Kraft aus der Corona-Krise retten könne.

Deutsche Lufthansa (WKN: 823212)

Eine heftige Talfahrt erlebten am Nachmittag die Aktien von Wirecard. Nachdem es zeitweise um knapp zwölf Prozent abwärts ging, erholten sie sich bis Handelsschluss jedoch wieder. Am Ende stand ein kleines Plus von 0,5 Prozent zu Buche. Die Nervosität der Anleger sei extrem hoch, da der Zahlungsdienstleister an diesem Montag eigentlich wie am Donnerstag angekündigt, die Ergebnisse seiner Sonder-Bilanzprüfung durch KPMG bekannt geben wolle, hieß es von Marktbeobachtern.

Wirecard (WKN: 747206)

Im Laufe dieser Woche steht eine Reihe weiterer Quartalszahlen auf dem Programm. DER AKTIONÄR berichtet.

(Mit Material von dpa-AFX)

Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte: Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Lufthansa.

Buchtipp: Die Geschichte der Spekulationsblasen

Eigentlich sind wir alle ziemlich schlau. Nur das mit dem Geld klappt nicht so recht … und manchmal geht es sogar richtig schief. Doch warum nur? Mit „Die Geschichte der Spekulationsblasen“ macht sich John Kenneth Galbraith, einer der ganz großen Ökonomen des 20. Jahrhunderts, auf die Suche nach der Antwort. Und er sucht an den richtigen Stellen – den Finanz­katas­trophen der letzten vier Jahrhunderte: der Tulpenmanie des 17. Jahrhunderts, der Südseeblase im 18. Jahrhundert, den Hochrisiko-Anleihen im 20. Jahrhundert. Mit Geist und Witz erklärt Gal­braith die psychologischen Mechanismen hinter diesen Blasen … damit der Leser sie durchschaut und sich dagegen wappnen kann. Dieses Meisterwerk zum Thema Finanzpsychologie war vergriffen und wird nun im Börsenbuchverlag wieder aufgelegt.

Autoren: Galbraith, John Kenneth
Seitenanzahl: 128
Erscheinungstermin: 19.03.2020
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-677-6