Investieren wie Peter Lynch - So geht's
03.11.2020 Emil Jusifov

Darum hat Facebook Angst vor Apple

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Facebook

Facebook präsentierte letzte Woche Donnerstag seine Geschäftszahlen zum dritten Quartal. Der Social-Media-Riese überzeugte mit seinem Zahlenwerk und lag sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn über den Erwartungen der Analysten. Lediglich der Ausblick verstörte so manch einen Anleger.

Facebook geht zwar von einem höheren Umsatz im Q4 als im Q3 aus, erwartet jedoch für 2021 neben pandemiebedingten Unsicherheiten auch regulatorischen Gegenwind und negative Effekte durch das Plattform-Upgrade bei Apples iOS 14.

So hat Facebook bereits mehrfach das iOS-Upgrade von Apple auf die Version 14 kritisiert. Denn mit der neuen Version des Apple-Betriebssystems können Apple-Nutzer künftig die Weitergabe ihrer Daten an Werbetreibende unterbinden. Facebook befürchtet, dass dadurch sein Audience-Network-Werbegeschäft um über 50 Prozent einbrechen könnte.


Facebook (WKN: A1JWVX)

DER AKTIONÄR ist weiterhin von Facebooks operativer Stärke überzeugt und sieht durch Apples Betriebssystem-Upgrade höchstens kurzfristige negative Effekte auf das Werbegeschäft des Social-Media-Riesen. Zudem ist es nicht auszuschließen, dass die beiden Giganten zu einer für beide Seiten annehmbaren Lösung der Angelegenheit finden werden. Facebook bleibt ein Basisinvestment.

Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte:
Der Autor Emil Jusifov hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren: Facebook.

Buchtipp: Die Facebook-Gefahr

Facebook ist in die Kritik geraten. Bots, Trolle und Fake News sind Synonyme für die Pro­bleme des Konzerns. Spätestens seit Brexit und Trump sehen Nutzer die Reichweite und die Algorithmen mit Argwohn. Einer von Ihnen: Roger McNamee. Einst stolz darauf, zu den ersten Facebook-Investoren zu gehören, ist der Kapitalgeber und Tech-Experte nun zum scharfen Kritiker geworden. In seinem Buch rechnet er mit Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg ab. Ihre Reaktion auf den Missbrauch des sozialen Netzwerks ist seiner Ansicht nach völlig unzureichend und geht am Kern des Problems vorbei: der Bedrohung unserer demokratischen Grundordnung. „Die Facebook-Gefahr“ ist ein nicht zu überhörender Weckruf – für das Silicon Valley, für die Politik, für uns alle.

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