FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Neubewertung von Delivery Hero
Die Delivery-Hero-Aktien gehören im bisherigen Jahresverlauf zu den fünf stärksten Werten im MDax
Am letzten Handelstag der Woche rückte erneut Delivery Heros südkoreanische Tochter Beamin in den Fokus. Robin Zhu vom US-Analysehaus Bernstein Research lobte die strategische Neuausrichtung von Baemin. Ein verlustreiches Subventionsgeschäft wandle sich hin zu einer disziplinierten Monetarisierung. Baemin könne beim sogenannten Quick Commerce weiter wachsen, also der besonders schnellen Lieferung von Konsumgütern und Lebensmitteln. Obendrein profitiere das südkoreanische Unternehmen überproportional von staatlichen Gutscheinen.
Aus Sicht von Bernstein-Analyst Zhu ist Baemin folglich eine interessante Option bei der derzeit laufenden strategischen Überprüfung von Delivery Hero. Tags zuvor hatte bereits Analyst Jo Barnet-Lamb von der Schweizer Großbank UBS mögliche Verkaufspläne für Baemin zu den aktuell im Raum stehenden Konditionen als positiv bewertet. Im April habe sich der Marktanteil von Baemin zudem weiter stabilisiert.
Jüngst machten Presseberichte die Runde, wonach der Verkaufsprozess für Baemin begonnen hat. Für zusätzlichen Rückenwind sorgte, dass der US-Fahrdienstleister Uber
Parallel zur Anteilsaufstockung durch Uber reduziert die niederländische Beteiligungsgesellschaft Prosus
Zu Beginn der Kursrally Mitte Mai wurde außerdem bekannt, dass Mitgründer und Unternehmenschef Niklas Östberg Delivery Hero nach 15 Jahren bis spätestens 31. März 2027 verlassen wird. Der Aufsichtsrat werde in Kürze mit der Suche nach einem neuen Chef beginnen, der Prozess soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Östberg soll bis dahin in einer Übergangszeit die nächste Phase der strategischen Prüfung des Essenslieferdienstes leiten.
Schon Anfang Dezember 2025 hatte Delivery Hero mitgeteilt, den Verkauf von Unternehmensteilen zu prüfen. Dabei wollte der Konzern auch strategische Partnerschaften und Kapitalmarkttransaktionen für Ländergesellschaften ins Auge fassen. Zudem würden "wertsteigernde Maßnahmen zur Kapitalstruktur und Kapitalallokation" geprüft, hieß es damals. Zuvor hatte es Berichte gegeben, wonach Investoren das Management auf Verkäufe von Geschäftsfeldern drängen sollen./niw/ajx/men
Quelle: dpa-AFX