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Vonovia: Tiefrot am DAX‑Ende – das steckt dahinter

Vonovia: Tiefrot am DAX‑Ende – das steckt dahinter
Foto: Dennis Diatel/Shutterstock
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Michael Herrmann Heute, 09:15 Michael Herrmann

Die Vonovia-Aktie liegt zum Wochenschluss vorbörslich rund fünf Prozent im Minus. Damit dürfte sie die rote Laterne im DAX tragen. Dabei lief das Börsenjahr 2026 des Bochumer Wohnungskonzerns auch bisher schon bescheiden. Doch zumindest das heutige Kursminus hat keinen gefährlichen Grund. Ganz im Gegenteil.

Das Wichtigste kurz und knapp

• Die Vonovia-Aktie fällt vorbörslich rund fünf Prozent und dürfte am DAX-Ende stehen.

• Grund ist vor allem der Dividendenabschlag nach der Hauptversammlung.

• Kritik gab es auf der HV an hohen Zahlungen an Ex-Chef Rolf Buch.

Vonovia wird seit heute ex Dividende gehandelt. Auf der Hauptversammlung am Donnerstag hatten die Aktionäre die Ausschüttung von 1,25 Euro je Aktie beschlossen. Entsprechend fällt zum Handelsstart der Dividendenabschlag an. Auf Basis des vorherigen Kursniveaus entspricht das rund 5,7 Prozent.

Das heutige Minus ist damit vor allem technischer Natur. Anleger erhalten die Dividende, gleichzeitig wird der Kurs rechnerisch um den Ausschüttungsbetrag bereinigt. Ein operatives Warnsignal steckt hinter dem vorbörslichen Rückgang also nicht.

Ganz ohne kritische Töne verlief die Hauptversammlung dennoch nicht. Aktionärsvertreter äußerten sich skeptisch zur Höhe der Zahlungen an den früheren Vorstandschef Rolf Buch. Der Manager hatte Vonovia vor dem ursprünglich vorgesehenen Vertragsende zum Jahresende 2025 verlassen. Seine Abfindung betrug knapp 5,8 Millionen Euro. Hinzu kommen weitere Zahlungen in Millionenhöhe.

Daniel Vos von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger stellte zwar klar, dass eingehaltene Verträge grundsätzlich Zustimmung finden könnten. Gleichzeitig warf er die Frage auf, wie Vertragskonditionen entstehen konnten, die solche Abfindungen überhaupt ermöglichen. Daraus ergebe sich eine grundsätzliche Governance-Frage.

Auch Hendrik Schmidt von der Fondsgesellschaft DWS kritisierte die Regelungen bei der Beendigung von Vorstandsmandaten. Diese seien unzureichend und nicht im Sinne der Aktionäre.

Aufsichtsratschefin Clara C. Streit verteidigte das Vorgehen. Der Vertrag mit Buch sei auf Grundlage des geltenden Vergütungssystems abgeschlossen worden. Die Angemessenheit der Vergütung sei regelmäßig überprüft und zusätzlich durch einen unabhängigen Vergütungsberater bestätigt worden. Die Regelungen zur vorzeitigen Beendigung seien aus Sicht des Aufsichtsrats marktüblich.

Neben der Abfindung erhält Buch eine Entschädigung für ein nachträgliches Wettbewerbsverbot. Dafür bekommt er zunächst im laufenden Jahr 3,3 Millionen Euro. Der genaue Betrag wird später bestimmt. Hinzu kommen knapp 211.000 virtuelle Vonovia-Aktien, deren Wert Anfang 2028 ausgezahlt werden soll.

Der neue Vorstandschef Luka Mucic stellte auf der Hauptversammlung die Rolle des Konzerns am Wohnungsmarkt heraus. Deutschland brauche eine starke und verlässliche Vonovia. Der Konzern sehe sich als Teil der Lösung – mit bezahlbaren Mieten, Neubau und Investitionen in den Klimaschutz.

Vonovia (WKN: A1ML7J)

Das deutliche Minus zum Wochenschluss sieht schlimmer aus, als es ist. Der Dividendenabschlag erklärt den Rückgang überwiegend. Dennoch bleibt die Vonovia-Aktie insgesamt kein Kauf. Zinsen, Verschuldung und Chartbild belasten weiter. Anleger bleiben daher unverändert an der Seitenlinie.

Häufige Fragen zur Vonovia-Aktie

Warum fällt die Vonovia-Aktie heute so stark?

Hauptgrund ist der Dividendenabschlag. Die Aktie wird nach der Hauptversammlung ex Dividende gehandelt.

Wie hoch ist die Vonovia-Dividende?

Die Hauptversammlung hat eine Ausschüttung von 1,25 Euro je Aktie beschlossen.

Welche Themen bleiben für Vonovia wichtig?

Entscheidend bleiben die Finanzierungskosten, der Schuldenabbau, die Immobilienbewertungen und die operative Entwicklung im Vermietungsgeschäft.

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