Der US-amerikanische Pharma-Konzern generiert mit dem Krebsmedikament Keytruda (Pembrolizumab) in etwa die Hälfte der Konzernerlöse. Doch der Blockbuster verliert in wenigen Jahren wichtige Kernpatente, womit der Markt für die Biosimilar-Konkurrenz geöffnet wird. Dass die Onkologie dennoch langfristig einen hohen Stellenwert bei Merck & Co einnehmen soll, haben weitere Daten gezeigt.
Auf der Jahrestagung der European Society for Medical Oncology (ESMO) nutzte Merck & Co die Bühne, um zahlreiche Studienergebnisse mit der Öffentlichkeit zu teilen. Das Hauptaugenmerk der Marktteilnehmer lag natürlich auf der Kombi-Therapie bei Melanomen (schwarzem Hautkrebs). Der Pharma-Konzern kombiniert hier Keytruda mit dem personalisierten Krebsimpfstoff Intismeran autogene von Moderna.
Das Duo konnte den extrem hohen Erwartungen am Samstag mit der detaillierten Datenvorlage jedoch nicht in Gänze gerecht werden. Dennoch zeigte sich Moderna-CEO Stéphane Bancel zuversichtlich (DER AKTIONÄR berichtete).
Weitere Chance mit Keytruda
Merck & Co versucht, das Immuntherapeutikum mit Kombinationsansätzen oder als subkutane Darreichungsform (sonst per Infusion) für die Zukunft nach den Patentabläufen aufzustellen. Zeitgleich will das Unternehmen das Profil des Medikaments weiter stärken. Ein Beispiel: Auf der ESMO-Jahrestagung stellte die Firma weitere Daten zur Monotherapie bei bestimmten Patientinnen mit fortgeschrittenem oder rezidivierendem Endometriumkarzinom vor. Das Risiko für ein Fortschreiten der Erkrankung oder den Tod reduzierte sich im Vergleich zur Chemotherapie sich um 43 Prozent.
Übernahmen und Lizenzdeals
Generell arbeitet Merck & Co daran, das Onkologie-Portfolio auszubauen. Im Frühjahr riss sich der Konzern beispielsweise Terns Pharmaceuticals unter den Nagel. Bereits Ende 2022 ging der Pharma-Riese beispielsweise eine Zusammenarbeit mit Kelun-Biotech bei Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADCs) ein.
Die Zusammenarbeit mit Kelun fällt auf einen fruchtbaren Boden: Sacituzumab tirumotecan verlängerte bei Frauen mit fortgeschrittenem Endometriumkarzinom das Überleben im Vergleich zu einer Chemotherapie signifikant. Allerdings zeigte das Programm auch ein eher enttäuschendes Nebenwirkungsprofil.
Merck & Co hat im Bereich der Onkologie viele Pfeile im Köcher. Die jüngsten Daten können die Marktteilnehmer allerdings nicht überzeugen; zur Stunde verliert der Dow-Jones-Titel gut drei Prozent an Wert. DER AKTIONÄR bleibt dennoch für den Wert langfristig optimistisch gestimmt.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Merck & Co., Moderna.
Aktien von Moderna befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
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