Bereits vor dem offiziellen Beginn der Jahrestagung der European Society for Medical Oncology (ESMO) sind erste Details zu den mit Spannung erwarteten Hautkrebsimpfstoff-Daten von Moderna und dem Partner Merck & Co durchgesickert. Die Präsentation vom Samstag kann der Moderna-Aktie zum Start in die neue Handelswoche keine positiven Impulse verleihen.
Die Erwartungen an die konkreten Ergebnisse der Phase-3-Studie waren extrem hoch, was die Neubewertung der Moderna-Aktie in den zurückliegenden Wochen gezeigt hat. Die Amerikaner können diese jedoch nicht ganz erfüllen. Anleger nehmen weitere Gewinne vom Tisch: Zur Stunde verliert das Papier des mRNA-Spezialisten rund acht Prozent an Wert.
Moderna-Chef Stéphane Bancel sprach am Rande der Konferenz im Gespräch mit STAT von einem "großartigen Gefühl". Seit zehn Jahren würde Moderna an dem personalisierten Impfstoff Intismeran arbeiten.
"Die meisten Fachleute auf diesem Gebiet dachten, dass das niemals funktionieren würde, und viele hatten zuvor Krebsimpfstoffe entwickelt", so Bancel gegenüber STAT. "Aber wir waren überzeugt. Deshalb ist es etwas ganz Besonderes, zu sehen, wie die Arbeit so vieler Menschen zusammenkommt, um Patienten zu helfen.“
Allerdings drückt der Firmenlenker auch etwas auf die Euphoriebremse: „Wir wissen, dass der klinische Nutzen in der Phase-3-Studie real und erheblich ist. Deshalb müssen wir entschlossen vorangehen und die biologischen Grundlagen genauer untersuchen", erklärt Bancel im Gespräch mit der Branchenwebseite. "Dabei wird es auch Risiken geben, denn der Ansatz wird nicht überall funktionieren.“
Moderna schreibt mit den positiven Ergebnissen ein Stück Medizingeschichte im Bereich der Onkologie. Allerdings wird das Unternehmen den in den vergangenen Wochen immer mehr gestiegenen Erwartungen nicht gerecht. Nach Teilverkäufen sollten Anleger die restliche Position mit einem Stopp bei 155 Euro absichern und von Zukäufen absehen. Die Position liegt trotz der jüngsten Gewinnmitnahmen im AKTIONÄR-Depot immer noch rund 235 Prozent im Plus.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Moderna.
Aktien von Moderna befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
Heute, 12:11
Bei Google bevorzugen