Renault baut sein Geschäftsfeld aus und steigt in die Produktion militärischer Drohnen ein. Gemeinsam mit einem französischen Rüstungskonzern sollen Systeme für die Ukraine entstehen. Staatliche Unterstützung ist zugesagt. Für den Autobauer eröffnet sich ein neuer Markt mit politischer Rückendeckung. Am Markt kommt die News gut an.
Der französische Autobauer Renault betritt Neuland. Auf Anfrage des französischen Verteidigungsministeriums beteiligt sich der Konzern am Aufbau einer nationalen Drohnenindustrie. Partner ist das Rüstungsunternehmen Turgis Gaillard, das bereits militärische Drohnensysteme entwickelt hat. Das Projekt steht unter der Aufsicht der französischen Rüstungsbehörde und ist Teil der verstärkten Verteidigungsanstrengungen Frankreichs.
Konkret geht es um die Entwicklung und Serienfertigung einer bewaffneten Langstreckenmunition, die auch für Beobachtungs- und Aufklärungsmissionen eingesetzt werden kann. Laut der Zeitung Les Échos sollen monatlich rund 600 Drohnen produziert werden. Renault selbst bestätigt die Beteiligung, äußert sich jedoch nicht zu Stückzahlen, Einsatzprofilen oder Produktionsstandorten. Medienberichten zufolge könnten die Werke in Cléon und Le Mans eingebunden werden. Der Konzern verweist darauf, dass dazu zunächst Gespräche mit Arbeitnehmervertretern nötig seien.
Renault bringt vor allem industrielle Kompetenz ein. Der Konzern verfügt über Erfahrung in der Entwicklung, Industrialisierung und Serienproduktion komplexer technischer Produkte. Genau dieses Know-how habe den Ausschlag gegeben, wie Renault-Manager Fabrice Cambolive erklärte. Die Steuerung von Qualität, Kosten und Lieferfristen gilt als zentraler Beitrag des Autobauers.
Milliardenumsatz für Renault?
Für Renault kann das Projekt auch wirtschaftlich relevant werden. Laut dem Zeitungsbericht umfasst der Vertrag ein anfängliches Volumen von 35 Millionen Euro. Über eine Laufzeit von zehn Jahren könnte sich daraus ein Auftragswert von bis zu einer Milliarde Euro ergeben. In einem Umfeld schwacher Automobilmärkte und steigender Verteidigungsausgaben eröffnet sich dem Konzern damit ein zusätzliches, staatlich gestütztes Geschäftsfeld.
Renault ist als Autobauer schwer angeschlagen. Der Einstieg in den Rüstungsbereich eröffnet neue Geschäftsfelder und sichert zusätzliche Umsätze. Autobauer sind im Grunde gut aufgestellt, um der Rüstungsindustrie unter die Arme zu greifen. Auch die deutschen Autobauer, allen voran VW, haben einen Einstieg in die Branche in Erwägung gezogen. Langfristig könnten weitere Deals folgen. In Europas Autosektor setzt DER AKTIONÄR auf Mercedes-Benz.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Mercedes-Benz.
Heute, 20:35