Mercedes-Benz hat mit den Zahlen für das Jahr 2025 Investoren und Analysten nicht überzeugt. Auch der Ausblick auf 2026 ließ viele Wünsche offen. Die Aktie konnte sich nach einem zwischenzeitlichen Rücksetzer wieder erholen. Wie geht es mit dem Papier von Mercedes-Benz weiter?
Der Umsatz 2025 ging um 9,2 Prozent auf rund 132 Milliarden Euro zurück, das Konzernergebnis fiel mit 5,3 Milliarden Euro fast um die Hälfte niedriger aus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. „2025 war für Mercedes – wie für fast alle Autobauer – ein Jahr zum „abhaken“. US-Präsident Donald Trump hat eine Spur der Verwüstung hinterlassen, nicht nur für die deutschen Autobauer, sondern auch für GM, Ford, Stellantis. USA ist zum Risiko-Markt geworden. Einerseits, weil man das Elektroauto und die Plug-Ins „schrotten“ kann in USA und damit Wertberichtigungen anfallen und zum zweiten durch die Unberechenbarkeit seiner Zoll-Aggressionen und -Launen“, sagt Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research.
"2025 war für Mercedes – wie für fast alle Autobauer – ein Jahr zum „abhaken“."
Auch was den Ausblick angeht, lag Mercedes-Benz doch weit hinter den Erwartungen des Marktes zurück. In der Auto-Sparte wird lediglich mit einer Marge zwischen drei und fünf Prozent gerechnet. Analysten hatten für 2026 bisher einen Wert von 5,8 Prozent auf dem Zettel. Erst im Jahr 2027 will CEO Ola Källenius wieder zweistellige Margen in Angriff nehmen.
"Källenius hat erkannt, dass ohne Einstiegsfahrzeuge – sprich A-Klasse – der Konzern verwundbar ist."
„Källenius hat erkannt, dass ohne Einstiegsfahrzeuge – sprich A-Klasse – der Konzern verwundbar ist. Umgesetzt wurde die Entscheidung, dass man Produktionskosten im Blick hat und daher in Ungarn die nächste A-Klasse baut. Erkannt wurde, dass Elektroautos und Verbrenner sich im Antrieb wesentlich unterscheiden, aber nicht im Design der Modelle. Also auch hier eine völlig neue Ausrichtung“, sagt Dudenhöffer.
"Erkannt wurde, dass Elektroautos und Verbrenner sich im Antrieb wesentlich unterscheiden, aber nicht im Design der Modelle. Also auch hier eine völlig neue Ausrichtung."
Was die Zukunft betrifft, so müssen sich alles deutschen Hersteller im wichtigsten Automarkt der Welt China kräftig strecken. „Alle deutschen Premiumhersteller brauchen eine neue China-Strategie. Der Preisunterschied zwischen hochwertigen Chinesen und deutschen Premiumherstellern muss wesentlich kleiner werden, um den Turn-Around in China zu schaffen“, ergänzt Auto-Experte Dudenhöffer.
Nicht nur die Massenhersteller, sondern auch die Premium-Autobauer spüren deutlichen Gegenwind. Besonders heikel ist für Mercedes-Benz nach wie vor die Situation im wichtigsten Automarkt der Welt China. Viele Konzernchefs hatten auf eine Trendwende bei den Verkaufszahlen Ende des Jahres 2025 gehofft. Die Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Nach wie vor gewinnen Chinas Brands wie BYD, Xpeng oder Xiaomi Marktanteile hinzu. Während Anleger bei Mercedes-Benz den Stoppkurs beachten, hat DER AKTIONÄR in der neuen Ausgabe einen weiteren Autobauer auf die Empfehlungsliste gesetzt: Stellantis bietet nach dem knackigen Rücksetzer eine Comeback-Chance.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Mercedes-Benz.
Enthält Material von dpa-AFX
Heute, 14:35