Vor gut einer Woche hat DER AKTIONÄR darauf hingewiesen, dass sich bei den Aktien deutscher Wohnimmobilienunternehmen nach mehrmonatiger Talfahrt eine Trendwende andeutet. Ein Blick auf die Charts der drei großen Branchenvertreter LEG, TAG Immobilien und Vonovia zeigt: zu Recht. Das Trio kann weiter Boden gutmachen und setzt zum Sprung über die jeweiligen Abwärtstrends an.
An der Ausgangslage hat sich in den vergangenen Tagen nichts Wesentliches geändert: Die Immobilienaktien in Deutschland legen heute deutlich zu, weil gleich mehrere positive Faktoren zusammenkommen. Zum einen hellt sich das fundamentale Umfeld leicht auf. Die Immobilienpreise zeigen eine Stabilisierung beziehungsweise erste Anstiege im Jahresvergleich, und auch die Mieten entwickeln sich robust. Das nährt die Hoffnung, dass die Talsohle im Sektor durchschritten sein könnte.
Zum anderen hält die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Leitzinsen unverändert. Die Zinsen am deutschen Anleihemarkt fallen dagegen weiter. Der Bund-Future ist auf ein Jahreshoch geklettert. Er zeigt die Entwicklung der Kurse deutscher Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit und verläuft so spiegelbildlich zu den Zinsen. Damit ist er ein wichtiger Signalgeber für die Refinanzierungskosten der Immobilienbranche.Darüber hinaus nimmt der Verkaufsdruck weiter ab, nachdem Hedgefonds dem Vernehmen nach bei einzelnen Titeln ihre Short-Positionen reduziert haben. Das sorgt für technische Gegenbewegungen und zwingt teilweise auch Leerverkäufer zum Eindecken.
Nach der massiven Korrektur der vergangenen Jahre wirken viele Bewertungen zudem wieder attraktiv, was Schnäppchenjäger anzieht. Auch wenn man dieses Thema nicht überstrapazieren sollte: In diesen Tagen werden zudem Branchen bevorzugt, in denen es keine KI-Disruptionssorgen gibt.
In Summe führen charttechnische Faktoren, verbesserte Fundamentaldaten und ein Stimmungsumschwung nach der langen Talfahrt zu weiteren Anschlusskäufen – und zu kräftigen Kursgewinnen bei dem heimischen Immobilien-Trio. Anleger, die einen ersten Fuß in die Tür gestellt haben, um auf ein Comeback zu setzen, sichern ihre Positionen auf Einstiegsniveau ab und lassen die Gewinne laufen.
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