In den USA suchen Anleger heute einen versöhnlichen Monatsausklang. Das gilt jedoch nicht für alle Werte. Die Aktie von Constellation Energy wird übermäßig abgestraft. Schuld ist nicht nur der jüngste Ausblick der Firma.
Die Aktie von Constellation Energy notiert derzeit mehr als sieben Prozent tiefer, nachdem das Unternehmen bei einem erwarteten Investor-Update keine neuen Deals zur Stromversorgung von Rechenzentren bekannt gab. Zudem lag der Ausblick für den Gewinn im Jahr 2026 im Mittel unter den Erwartungen der Analysten.
CEO Joe Dominguez sagte auf der Veranstaltung zwar, er rechne mit dem Abschluss bedeutender neuer Verträge zur Stromlieferung an Technologiekonzerne, wolle jedoch angesichts der zunehmenden Aufmerksamkeit für Rechenzentren und sich verändernder regulatorischer Rahmenbedingungen nichts verfrüht ankündigen.
Constellation prognostiziert für das laufende Jahr ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von elf bis zwölf Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 11,73 Dollar gerechnet – und damit mehr als dem Mittelwert der Prognosespanne. Gleichzeitig enthielt die Präsentation aber auch positive Signale: So erwartet der Konzern ein jährliches Gewinnwachstum von über 20 Prozent bis 2029. Zudem kündigte das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm über fünf Milliarden an.
Constellation gehörte zu den ersten großen Profiteuren des Booms beim Strombedarf durch KI. Beispielsweise wurden unter anderem Verträge mit Meta und Microsoft zur Lieferung von Strom aus Kernkraftwerken abgeschlossen. Zuletzt wurde die Aktie jedoch zunehmend von Zweifeln an der weiteren Wachstumsdynamik belastet, insbesondere angesichts steigender Konkurrenz.
Constellation Energy gehört zwar zum defensiven Sektor der Versorger, aber die Aktie entwickelte sich seit Beginn des Iran-Krieges schlecht. Seit Jahresbeginn liegt der Wert rund 15 Prozent im Minus. Das Chartbild ist nun angeschlagen, die Aktie ist keine laufende Empfehlung des AKTIONÄR.
Heute, 19:56