Wichtiger Termin: Neue Zahlen zur KI-Euphorie gibt es am morgigen Donnerstag. Oracle legt nach US-Börsenschluss seine Zahlen zum ersten Quartal vor. Der Bericht dürfte auch für andere Unternehmen aus dem KI-Infrastrukturgeschäft wichtige Signale liefern.
Der stärkste Wachstumstreiber ist die Cloud-Infrastruktur. Die Erlöse mit Rechenleistung und Speicher sollen um 115 Prozent auf 7,19 Milliarden Dollar steigen. Einschließlich der Cloud-Anwendungen wird ein Cloud-Umsatz von 11,51 Milliarden Dollar erwartet, ein Plus von gut 60 Prozent.
19,13 Milliarden Dollar Umsatz, 1,75 Dollar bereinigter Gewinn je Aktie: Das sind die anderen Messlatten für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027.
Oracle könnte damit erneut die Stärke der Nachfrage nach Rechenzentren für Anwendungen mit künstlicher Intelligenz zeigen. Für Anleger zählt allerdings auch, wie schnell der Konzern neue Kapazitäten bereitstellt und finanziert.
Der Ausbau kostet gewaltige Summen. Für das Geschäftsjahr 2027 werden Investitionen von rund 92,7 Milliarden Dollar erwartet. Gleichzeitig ist offen, wann Oracle die angekündigte Aktienplatzierung umsetzt. Insgesamt will der Konzern im Geschäftsjahr 2027 rund 40 Milliarden Dollar über Eigenkapital einnehmen.
Die Analysten sind vor den Zahlen überwiegend optimistisch. Die Deutsche Bank sieht mehr Klarheit beim Kapazitätsausbau, bei den Margen und bei der Wirtschaftlichkeit der vertraglich gesicherten Geschäfte. Mizuho hält einen erneuten positiven Überraschungseffekt für möglich.
Auch Oppenheimer verweist auf die starke Nachfrage im Geschäft mit Unternehmenssoftware. Zusammen mit zusätzlicher Rechenzentrumskapazität könnte das den Ausblick für das Geschäftsjahr 2027 stützen.
Die Oracle-Zahlen werden Hinweise darauf geben, wie groß das KI-Geschäft tatsächlich ist, wie schnell Rechenzentren gebaut werden können und wer den Ausbau am Ende bezahlt. Bleibt Oracle bei Finanzierung und Zeitplan unklar, dürfte das die Debatte über die KI-Infrastrukturbranche neu anheizen.
Heute, 22:21
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