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Nach Oracle‑Schock: Warum Anleger jetzt auch bei SAP nervös werden

Nach Oracle‑Schock: Warum Anleger jetzt auch bei SAP nervös werden
Foto: josefkubes/iStockphoto
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Marion Schlegel Heute, 12:42 Marion Schlegel

Die Zahlen von Oracle, die am Mittwoch nach US-Börsenschluss veröffentlicht wurden, sorgen am Donnerstag für Druck im europäischen Softwaresektor. Besonders deutlich zeigt sich das bei SAP: Die Aktie verliert um die Mittagszeit vier Prozent auf 143,78 Euro und ist damit der schwächste Wert des Tages im deutschen Leitindex DAX. Oracle selbst notiert gut sieben Prozent unter dem Vortagesschluss.

Während Marktteilnehmer die vorgelegten Geschäftszahlen von Oracle grundsätzlich positiv bewerteten, richtete sich der Fokus schnell auf die Kehrseite. Für Verunsicherung sorgen vor allem die für 2027 angekündigten milliardenschweren Investitionen in Rechenzentren sowie die damit verbundenen Belastungen für den Cashflow. Darüber hinaus wurde kritisch aufgenommen, dass sich das Wachstum im Cloud-Softwaregeschäft (SaaS) bei Oracle abgeschwächt hat.

Diese Entwicklung bleibt auch für SAP nicht ohne Bedeutung. Zwar ist der Walldorfer Softwarekonzern weniger stark von hohen Infrastrukturinvestitionen abhängig als der US-Konkurrent. Dennoch werden die aktuellen Signale aus dem Oracle-Bericht von Marktteilnehmern insgesamt als negativer Faktor für die Branche und damit auch für SAP gewertet.

SAP (WKN: 716460)

Die US-Investmentbank JPMorgan hat ihre Bewertung für SAP nach den Zahlen von Oracle unverändert auf „Neutral“ belassen und das Kursziel bei 175 Euro belassen. Analyst Toby Ogg nahm die jüngsten Quartalszahlen von Oracle unter die Lupe, um mögliche Rückschlüsse auf die Entwicklung des deutschen Softwarekonzerns zu ziehen. Dabei stellte er heraus, dass sich das Wachstumstempo im Cloud-Anwendungsgeschäft des US-Konzerns erstmals im laufenden Geschäftsjahr etwas abgeschwächt hat. Aus Sicht des Experten ist dies auch für SAP kein positives Signal und könnte die kurzfristigen Perspektiven im Enterprise-Segment belasten. Ogg verweist zudem darauf, dass bereits die zuletzt vorgelegten Geschäftszahlen von Microsoft in eine ähnliche Richtung gedeutet hätten.

Die jüngste Erholung der Aktie von SAP wurde jetzt wieder jäh ausgebremst. Nun rücken sogar die Jahrestiefstände vom Mai bei gut 135 Euro wieder extrem nahe. Ein Rutsch darunter würde das charttechnische Bild erneut eintrüben. Die Aktie bleibt anfällig für Rückschläge und dürfte vorerst volatil bleiben. Ein klares positives Signal würde erst der Sprung über die 200-Tage-Linie bringen.

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