Europas größter Softwarekonzern SAP hat am Donnerstag nach US-Börsenschluss seine Zahlen für das zweite Quartal veröffentlicht (DER AKTIONÄR berichtete: „SAP: Cloud überzeugt – Aktie springt nachbörslich an“). Das Cloudgeschäft, der Auftragsbestand sowie die Umsätze entwickelten sich besser als prognostiziert, das operative Ergebnis blieb hinter den Erwartungen zurück. Die Aktie hat im frühen Handel etwas angezogen. DER AKTIONÄR verrät die ersten Einschätzungen.
„Auch in diesem Quartal haben wir ein starkes Wachstum beim Current Cloud Backlog erzielt. Währungsbereinigt ist er um 26 Prozent gestiegen. Dieses Ergebnis wird durch unsere Strategie für das autonome Unternehmen gestützt, in deren Rahmen unsere SAP Autonomous Suite und SAP Business AI Platform auf große Resonanz stoßen. Kunden entscheiden sich für SAP, um genaue und gesetzeskonforme KI-Ergebnisse zu ermöglichen, die auf ihren zentralen Geschäftsprozessen und Daten basieren“, so Christian Klein, Vorstandsvorsitzender von SAP.
Dominik Asam, Finanzvorstand von SAP, kommentierte: „Wir haben im zweiten Quartal erneut starke Ergebnisse geliefert und trotz eines unbeständigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds ein kontinuierliches Wachstum beim Current Cloud Backlog und Free Cashflow erzielt. Diese Ergebnisse spiegeln die disziplinierte Umsetzung unserer Strategie und unsere Fähigkeit wider, die operativen Ziele zu erreichen. Dabei treiben wir unsere eigene Entwicklung zu einem autonomen Unternehmen energisch voran und nutzen unsere eigenen KI-Lösungen, um sowohl die Effizienz als auch die Produktivität zu steigern.“
Auch Bloomberg Intelligence (BI) lobt den aktuellen Cloud-Auftragsbestand von SAP, der im Gegensatz zu der eher vorsichtigen kurzfristigen Einschätzung für die Branche steht. BI ließ zudem anklingen, dass der Bericht zudem darauf hindeutet, dass der Ausblick des Managements für das Gesamtjahr — der von einer leichten Abschwächung gegenüber 25 Prozent ausgeht — eher konservativ sein könnte.
Evercore ISI spricht von einem konstruktiven Quartal. Insgesamt seien die Zahlen „weitgehend gut genug“ — insbesondere nach dem deutlichen Kursrückgang seit Jahresbeginn. Positiv hervorgehoben werden der besser als erwartete aktuelle Cloud-Auftragsbestand sowie höhere Cloud-Umsätze, die eine schwächere Profitabilität ausgleichen konnten.
Morgan Stanley bestätigte sein „Overweight“-Rating. Die Analysten verwiesen darauf, dass die zentralen Umsatzkennziffern im Rahmen oder leicht über den Erwartungen lagen. Das operative Ergebnis (EBIT) habe jedoch enttäuscht, was vor allem auf höhere Investitionen in Forschung und Entwicklung zurückzuführen sei.
Die Aktie von SAP kann im frühen Handel auf Tradegate rund Prozent zulegen im Vergleich zum Xetra-Schluss vom Vortag. Für einen Befreiungsschlag reicht dies jedoch nicht. Hier wäre zunächst der Sprung über die 50-Tage-Linie ein wichtiges erstes Signal. Ein Neueinstieg drängt sich daher weiterhin nicht auf. Bei welchen Schnäppchen Sie jetzt stattdessen unbedingt zugreifen sollten, erfahren Sie in der neuen Ausgabe des AKTIONÄR. Hier können Sie das Heft 31/2026 als E-Paper herunterladen.
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