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24.06.2021 Benedikt Kaufmann

Facebook: Der Rückenwind bläst stärker – Allzeithoch!

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Facebook

Seitens der Politik erhält Facebook unverändert Gegenwind. Zuletzt sind wieder Diskussionen um den Digital Markets Act (DMA) entbrannt. Die Facebook-Aktie marschierte dennoch auf ein neues Allzeithoch. Wie passt das zusammen?

Die EU-Kommission will mit dem im Dezember vorgestellten DMA die Marktmacht von Tech-Riesen in Europa einschränken und für mehr Wettbewerb sorgen. Eine zentrale Idee dabei ist, Unternehmen mit besonders großer Marktmacht als "Gatekeeper" auszumachen und mit strikteren Wettbewerbsvorgaben zu belegen.

Facebooks Politikchef Nick Clegg zeigte sich in dieser Woche besorgt, europäische Politiker könnten mit einigen DMA-Vorgaben zu tief ins Design digitaler Produkte eingreifen. Die Gefahr dabei sei, einzelne Funktionen in Stein zu meißeln und so den Fortschritt zu bremsen.

Innovation pur

Doch so wie es aussieht, ist Facebook nicht zu bremsen und hat am Dienstag gleich eine ganze Reihe spannender Neuerungen angekündigt. Laut einem Post von CEO Mark Zuckerberg wird das Shop-Feature in noch mehr Angebote eingebunden. So soll Unternehmen bald auch der direkte Verkauf via WhatsApp ermöglicht werden. Die Shops müssen zudem nur einmal eingerichtet werden und sind direkt auf Whatsapp, Instagram und Facebook verfügbar.

Darüber hinaus erhält Instagram eine auf Bildern basierende Produkt-Suche und Unternehmen wird ermöglicht, in ihren Shops personalisierte Werbung zu schalten. Die Neuerungen stärken damit klar die E-Commerce-Geschäfte von Facebook.

„Facebooks Fähigkeit zu hohen Kapitalrenditen, seine Monetarisierungsoptionen innerhalb der Dienste sowie seine Fähigkeit zu neuen Produktinnovationen, erlaubt es dem Unternehmen trotz kurzfristigen Gegenwinds, auf dem Erfolgspfad zu bleiben“, hieß es bereits vergangene Woche in einer Studie von Morgan Stanley.

Facebook-Post von CEO Mark Zuckerberg

DER AKTIONÄR kann sich den Analysten hier nur anschließen. Denn dank der ständigen Neuerungen für die 1,88 Milliarden täglichen Nutzer, einem Free Cashflow von rund 100 Milliarden Dollar im Jahr sowie freien Mitteln von 337 Milliarden Dollar gibt es operativ überhaupt nichts an Facebook auszusetzen. Beim aktuellen Allzeithoch von 343,39 Dollar dürfte es nicht bleiben – Gewinne laufen lassen.

Facebook (WKN: A1JWVX)

Buchtipp: Die Facebook-Gefahr

Facebook ist in die Kritik geraten. Bots, Trolle und Fake News sind Synonyme für die Pro­bleme des Konzerns. Spätestens seit Brexit und Trump sehen Nutzer die Reichweite und die Algorithmen mit Argwohn. Einer von Ihnen: Roger McNamee. Einst stolz darauf, zu den ersten Facebook-Investoren zu gehören, ist der Kapitalgeber und Tech-Experte nun zum scharfen Kritiker geworden. In seinem Buch rechnet er mit Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg ab. Ihre Reaktion auf den Missbrauch des sozialen Netzwerks ist seiner Ansicht nach völlig unzureichend und geht am Kern des Problems vorbei: der Bedrohung unserer demokratischen Grundordnung. „Die Facebook-Gefahr“ ist ein nicht zu überhörender Weckruf – für das Silicon Valley, für die Politik, für uns alle.
Die Facebook-Gefahr

Autoren: McNamee, Roger
Seitenanzahl: 400
Erscheinungstermin: 21.11.2019
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-662-2