Nasdaq und S&P 500 rutschen nach Handelsbeginn heute mehr als ein Prozent ins Minus. Lichtblick: Broadcom liegt heute zunächst einige Prozentpunkte im Plus. Und bei Nvidia sieht es zumindest zwischenzeitlich auch ein bisschen nach Stabilisierung aus. Diese Entwicklung dürfte zu einem Großteil auf die Neuigkeiten von Google-Mutter Alphabet zurückzuführen sein.
Broadcom gewinnt, Alphabet verliert. Und Nvidia schaut erst mal zu. Was auf den ersten Blick widersprüchlich wirkt, folgt einer klaren Logik: Googles neue Investitionspläne für künstliche Intelligenz schocken den Markt – und liefern gleichzeitig Rückenwind für die Hardware-Zulieferer.
Alphabet stellt für 2026 einen Kapitalaufwand von 175 bis 185 Milliarden Dollar in Aussicht. Im Vorjahr lagen die Ausgaben noch bei rund 91 bis 93 Milliarden Dollar. Das Gros fließt in KI-Rechenzentren und die dazugehörigen Chips. Die Aktie des Google-Konzerns rutscht heute deutlich ab. Broadcom legt dagegen zeitweise rund fünf Prozent zu.
Google-Profiteure
Broadcom ist zentraler Partner bei der Entwicklung von Googles Tensor Processing Units, kurz TPUs. Das sind die hauseigenen KI-Chips des Konzerns. Nach Einschätzung der Bank of America dürfte das Google-Programm mehr als achtzig Prozent von Broadcoms KI-Compute-Umsätzen ausmachen. Mehr Investitionsausgaben bei Google heißen: mehr Geschäft für Broadcom.
Nvidia profitiert indirekt. Zwar gelten Googles TPUs und Nvidias Grafikprozessoren zunehmend als Konkurrenz. Alphabet setzt jedoch weiterhin auf beide Architekturen. „Wir bieten unseren Cloud-Kunden führende Infrastruktur für KI-Training und Inferenz mit der branchenweit größten Auswahl an Compute-Optionen, von unserer eigenen siebten TPU-Generation Ironwood bis zu den neuesten Nvidia-GPUs“, sagte Alphabet-Chef Sundar Pichai in der Telefonkonferenz mit Analysten.
Wie viel der Investitionen genau auf welche Chip-Kategorie entfällt, ist offen. Analysten verweisen jedoch darauf, dass sich die Margen verbessern, je stärker Google auf eigene Hardware setzt. Das erklärt, warum Broadcom am Markt derzeit als klarer Gewinner gesehen wird. Alphabet bezahlt heute die Rechnung für explodierende Investitionen. Broadcom kassiert den Auftragseffekt. Nvidia bleibt im Spiel, steht kurzfristig aber nicht im Rampenlicht.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Alphabet (A).
Heute, 17:05