Der Abverkauf beschleunigt sich: Mehr als sieben Prozent liegt die Palantir-Aktie heute kurz nach US-Handelsstart im Minus, bevor es eine erste leichte Gegenbewegung gibt. Der Kurs fällt zeitweise auf 129 Dollar. Damit bestätigt sich, dass die Kursverluste der vergangenen Tage keine Ausrutscher waren.
Die Korrektur bei teuren Software-Aktien weitet sich aus. Auch Palantir steht erneut unter Druck. Risiko wird abgebaut, Story reicht nicht mehr. Aktien ohne Bewertungs-Puffer trifft das besonders hart.
Charttechnisch verschlechtert sich die Lage spürbar. Die Aktie ist unter die 200-Tage-Linie gefallen, die 50-Tage-Linie zeigt klar nach unten. Ein Rounding-Top-Muster zeichnet sich ab. Wichtige Unterstützungen sind gebrochen.
Bereits am Mittwoch war Palantir zeitweise um bis zu zwölf Prozent eingebrochen. Der Kurs markierte das tiefste Niveau seit Juli, zugleich den größten Intraday-Verlust seit Mai. In der Spitze standen rund 44 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung zur Disposition. Ein erheblicher Teil der Herbst-Rally ist damit Geschichte.
New York stellt Fragen
Heute kommt zusätzlicher Gegenwind hinzu. Große Pensionsfonds aus New York nehmen Palantir wegen seiner Zusammenarbeit mit US-Behörden ins Visier, insbesondere wegen Verträgen mit Immigration and Customs Enforcement (ICE) und dem Department of Homeland Security. New York Citys fünf Pensionssysteme halten 2,57 Millionen Palantir-Aktien. Auch der Bundesstaat ist über passive Anlagen mit einem ähnlichen Volumen investiert.
Der New Yorker Comptroller Mark Levine fordert in einem Schreiben an den Verwaltungsrat eine unabhängige Überprüfung dieser Geschäfte. Er spricht von „wesentlichen Reputations- und Menschenrechtsrisiken“. Auch State Comptroller Tom DiNapoli verlangt mehr Transparenz zu Umfang, Risikomanagement und politischer Einflussnahme.
Politische und reputative Fragezeichen gibt es bei Palantir schon fast traditionell. Hauptproblem für die Aktie diese Woche: Der Abverkauf im Software-Sektor geht weiter. Auch der Palantir-Kurs leidet folgerichtig.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Palantir Technologies.
Heute, 17:57